Im längsten Finale der Wimbledon-Geschichte hat Novak Đoković die Hoffnungen von Roger Federer auf den nächsten grandiosen Tenniscoup zerstört. Im Endspiel über fünf Sätze bezwang der serbische Weltranglistenerste den achtmaligen Wimbledonsieger aus der Schweiz mit 7:6 (7:5), 1:6, 7:6 (7:4), 4:6 und 13:12 (7:3).

Aufschlagverluste auf beiden Seiten steigerten die Spannung bis zum allerletzten Punkt. Nach Abwehr von zwei Matchbällen jubelte schließlich Đoković nach 4:57 Stunden über seinen fünften Wimbledon-Triumph. Zuvor hatten sich 2008 Rafael Nadal und Federer mit 4:48 Stunden das bis dato längste Endspiel geliefert, auch damals verlor Federer.

"Es war verrückt. Es war großartig"

"Das war das aufregendste Finale mit dem größten Nervenkitzel, an dem ich je teilhatte. Unglücklicherweise musste einer in diesem Spiel verlieren", sagte Đoković. Federer scherzte: "Ich werde versuchen, es zu vergessen", und ergänzte: "Das war verrückt. Es war großartig. Ich hoffe, ich gebe anderen Leuten die Chance zu glauben, dass es mit 37 Jahren noch nicht vorbei ist. Ich habe alles gegeben, ich fühle mich gut."

Es war das erste Mal, dass die Entscheidung in Wimbledon nach einem Fünf-Satz-Match in einem Tiebreak fiel. Die Regelung war erst in diesem Jahr eingeführt worden. Đoković, der frühere Schützling von Boris Becker, wiederholte seinen Erfolg aus dem Vorjahr und trug sich nach 2011, 2014, 2015 und 2018 erneut in die Siegerliste des bedeutendsten Tennisturniers der Welt ein.

Federer erlaubte sich Schwächen in beiden Tiebreaks

Auch dank seines phänomenalen Aufschlags wirkte Federer im Finale gegen Đoković lange als der bessere Spieler und hatte Chancen, sich mit 37 Jahren zum ältesten Grand-Slam-Sieger der Geschichte bei den Herren zu krönen. Doch in den beiden Tiebreaks erlaubte er sich Schwächen. Im fünften Satz gab Đoković zwar zunächst eine 4:2-Führung wieder her, Federer konnte aber bei 8:7 zwei Matchbälle nicht nutzen.

Đoković rückte jetzt mit seinem insgesamt 16. Titel bei einem der vier größten Tennisturniere bis auf zwei Trophäen an Rafael Nadal und auf vier an Federer heran.