Der frühere Kapitän und Torhüter Oliver Kahn kehrt zum FC Bayern München zurück. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister mitteilte, wird Kahn in den Vorstand der FC Bayern München AG berufen. Er unterschrieb demnach einen Fünfjahresvertrag, der am 1. Januar 2020 in Kraft tritt.

Zunächst soll Kahn einfaches Mitglied des Vorstandes sein. Nach Ablauf des Vertrages von Karl-Heinz Rummenigge am 31. Dezember 2021 soll Kahn von ihm das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernehmen.

Aufsichtsratschef Uli Hoeneß würdigte Kahns Berufung als die "perfekte Lösung für das Amt des Vorstandsvorsitzenden". Kahn sei ein bedeutender Spieler in der Geschichte des Vereins. "Er trägt die DNA des FC Bayern in sich." Ähnlich optimistisch äußerte sich der seit 2002 als Vorstandschef amtierende Rummenigge. Kahn habe sich "auf seinem zweiten Bildungsweg mit Finanzen und der Wirtschaft seriös auseinandergesetzt", sagte er.

Damit hat der Verein eine weitere wichtige Personalentscheidung getroffen. Am Donnerstagabend hatte der 67-jährige Aufsichtsratschef und Präsident Hoeneß seinen Rückzug aus der Führungsspitze des Clubs angekündigt. Dessen Ämter soll der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer übernehmen.

Die Verpflichtung von Kahn hatte sich bereits abgezeichnet, er ist die erklärte Wunschlösung von Hoeneß. Kahn war jahrelang Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft. Er errang nahezu alle Titel, die es im Fußball zu gewinnen gibt. "Er ist dabei immer mit Einsatz und Wille vorangegangen", sagte Hoeneß. Der frühere Weltklassetorhüter spielte von 1994 bis 2008 für den FC Bayern München, errang mit ihm acht Meistertitel, sechs Pokalsiege und triumphierte 2001 in der Champions League.

"Eine große Ehre für mich"

Der 50 Jahre alte Kahn sagte, die Berufung sei "eine große Ehre für mich". Er sei "mit dem Verein tief verbunden", der FC Bayern habe sein Leben "sehr stark geprägt".

Nach seiner aktiven Karriere machte Kahn den Master of Business Administration (MBA) in General Management und baute parallel dazu seine eigenen Unternehmen auf. Er ist zudem ein gefragter Experte für Fußball.

Hoeneß steht seit Februar 2017 wieder an der Spitze des Aufsichtsrats, der ihn im Dezember wieder zum Vorsitzenden kürte. Zuvor hatte er seine Ämter ruhen lassen, weil er wegen Steuerhinterziehung in Haft saß. Seine Amtszeit als Vereinspräsident läuft im November 2019 ab. Dann zieht er sich zurück und gibt auch seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender ab. Bis 2023 bleibt Hoeneß aber dem Kontrollgremium als Mitglied erhalten.