Neue Spieler

Wenn Sie wüssten, wen die Liga schon alles gekauft hat! Also, alle außer den Bayern, die die Buchstaben für Sané und Hudson-Odoi wieder weg von der Beflockungsmaschine legten. Dafür holten sie sich Lucas Hernández, den teuersten Bundesliga-Einkauf aller Zeiten. 80 Millionen Euro überwiesen die Bayern an Atlético Madrid. Hernández kann in der Abwehr innen wie außen verteidigen und wird nach seiner Knieverletzung, mit der er nach München kam, wohl rechtzeitig fit. Leipzig hat einige interessante Spieler geholt, Österreichs Nachwuchssturmhoffnung Hannes Wolf etwa und den sehr jungen Brasilianer Luan Cândido. Leverkusen verlor mit Julian Brandt einiges an Tempo an Dortmund, doch Moussa Diaby, der aus Paris kam, könnte eine der Entdeckungen der Saison werden. Marcus Thuram, Sohn von Frankreichs 1998-Weltmeister Liliam, stürmt künftig für Gladbach. Wolfsburgs neuen Rechtsverteidiger aus der Schweiz, Kevin Mbabu, werden Sie an den Haaren erkennen, sein Lieblingscharakter der Simpsons war Robert Terwilliger. Und lassen Sie sich nicht täuschen von Frankfurt, der Serbe Dejan Joveljić ist der Nachfolger von Luka Jović, mit ein paar Buchstaben mehr, vermutlich aber erst mal weniger Toren. Außerdem heißt die Bundesliga einen ihrer sympathischsten Verteidiger des vergangenen Jahrzehnts wieder willkommen: Neven Subotić, BVB-Meister von 2011 und 2012, erkundet in diesen Tagen Ostberlin und läuft für Eisern Union auf, den einzigen neuen Club dieser Liga. Ein Reisetipp: Haben Sie die Gelegenheit, das Auswärtsspiel Ihres Clubs in Köpenick mitzunehmen, zögern Sie nicht.

Neue Regeln: Ein- und Auswechslungen

Wir kondolieren, denn die Liga verliert eines ihrer dramaturgisch wertvollsten Elemente: Die in die Länge gezogene Auswechslung. Bisher trabte man gemütlich zur Trainerbank zurück, künftig müssen die Spieler das Feld an der nächstgelegenen Linie verlassen. Ein Schlag für die Fußballkultur, denn der Kenner wusste, wie er als Spieler Zeit von der Uhr nahm: Wurde der Wechsel angezeigt, fing er an, die Stutzen zurecht zu zupfen; applaudierte deutlich zu lange der Fankurve, auch wenn die nicht zurückklatschte; oder er wurde kurz vor der Auswechslung vom Co-Trainer auf die entfernteste Ecke des Spielfelds geschickt, um einen möglichst langen Wechselvorgang zu provozieren. Generell war es geschickt, lange so zu tun, als hätte man seine eigene Auswechslung noch nicht mitbekommen, um dann gerade so in ein trabendes Joggen zu verfallen, dessen Tempo im Seniorenheim auch nur für den letzten Platz in der Essensschlange gereicht hätte. Harte Tage für die Flaneure der Liga. Außerdem war die Frage, ob der Ausgewechselte mit dem Trainer abklatscht oder nicht, immer eine hochpolitische, deutsche Kommentatoren retteten sich damit durch ganze Halbzeiten.

Gelbe und Rote Karten für die Trainer

Eine neue Regel mit Aufregerpotenzial. "Das ist Wahnsinn", sagte zum Beispiel Leipzigs Julian Nagelsmann bereits, für Friedhelm Funkel ist es "der größte Schwachsinn aller Zeiten". Künftig können auch Teamverantwortliche mit Karten abgestraft werden, es gehe "um den vernünftigen Umgang miteinander", sagt die DFL. Gelb soll es zum Beispiel geben, wenn die Trainer ihre Coachingzone wiederholt verlassen oder Flaschen werfen. Rot für grobe Unsportlichkeiten, wie zum Beispiel schon für Magdeburgs Trainerassistenten Silvio Bankert, der einen am Boden liegenden Spieler mit dem Ball am Kopf traf. Ebenfalls Rot soll es geben, wenn die Trainer die Coaching Zone absichtlich verlassen, um sich beim Schiedsrichter zu beschweren. "Dann mache ich 15 Spiele in dieser Saison, den Rest schaue ich von oben zu", sagte Nagelsmann. Rot wird auf jeden Fall eine Sperre nach sich ziehen, bei Gelb ist sich die DFL noch nicht sicher. Die Fifa hatte die Regel eingeführt, ohne aber festzulegen, nach wie vielen Karten eine Sperre droht. Das will die DFL am 21. August entscheiden, es sieht nach vier gelben Karten bis zur Sperre aus. Und auch das wird zu schönen Szenen führen: "Kann der Schuldige nicht ausgemacht werden, wird automatisch der Cheftrainer bestraft." Das eröffnet für Physiotherapeuten ganz neue Möglichkeiten, sich beim Chef hochzuarbeiten, indem man Kugeln für ihn fängt. 

Handspiel

Die Saga geht weiter. Nachdem die vergangene Saison einen neuen Rekord bei der Zahl der gegebenen Handelfmeter brachte, deutet auch in der neuen Saison einiges auf eine erneute Steigerung hin. Neu ist eine "unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche". Genauer: "Wenn die Hand sich über der Schulter befindet". Jochen Drees, der beim DFB das Projekt Videoassistent leitet, sagt: "Das ist ein kleinerer Ermessensspielraum, den man künftig anhand der Videos belegen kann." Kein Handspiel ist es hingegen, wenn die Hand im Fallen zum Abstützen gebraucht wird und der Ball den Arm berührt. Oder wenn der Ball vom Kopf eines nahestehenden Spielers an die Hand springt. Das haben Sie sich aber sicher schon gedacht.
Es scheint aber egal zu sein, wie genau die Regeln festgezurrt werden, diskutiert wird ohnehin, wie das eigentlich irreguläre Tor von Marco Reus im DFB-Pokal gegen Uerdingen bewies. Hach, das wird schön.

Die Mauer

Die Freistoßmauer bildet ab sofort nur noch ein Team: das verteidigende. Stellt es drei oder mehr Spielerinnen in die Mauer, darf die schießende Mannschaft keine eigenen Spielerinnen dazu stellen. Sie müssen mindestens einen Meter Abstand zur Mauer halten, die sinnloseste Schubserei im Fußball, die vor den Freistößen um den besten Platz in der Mauer, ist abgeschafft. Was allerdings auch neue Varianten ermöglicht: Eine davon ist es, sich einen Meter vor die Mauer des Gegners zu stellen und sich im entscheidenden Moment wegzuducken wie bei einem Angriff eines Taubenschwarms. Das verwirrt den Gegner und führt zum Erfolg: Der HSV traf damit gegen Nürnberg. Und den Meister dieser Disziplin gibt es ohnehin schon: