Clemens Tönnies, der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04, entgeht einem Verfahren durch die DFB-Ethikkommission. Dessen rassistische Äußerungen werden nicht untersucht, teilte das Gremium mit.

Allerdings missbilligte das Gremium die Äußerungen von Tönnies und wertete sie als "rassistisch". Tönnies' Aussagen seien ein Verstoß gegen die Grundsätze aus der Satzung des DFB. Ein Verfahren werde jedoch nicht eröffnet, "da Herr Tönnies bei der eingehenden Anhörung und Befragung überzeugend vermitteln konnte, dass er kein Rassist ist", hieß es in einer Stellungnahme der Ethikkommission.

"Wir sind auch fest davon überzeugt, dass er eine solche Äußerung auch in Zukunft nie mehr tun wird. Er war selbst entsetzt über diese Aussage", sagte der Kommissions-Vorsitzende Nikolaus Schneider der Deutschen Presse-Agentur. 

Tönnies bedankte sich in einem Statement für "das faire Verfahren und ein sehr wertvolles Gespräch". Außerdem kündigte er an, sich in Zukunft stärker gegen Rassismus und Diskriminierung engagieren zu wollen. "Die Entscheidung und die Wertungen der Ethik-Kommission akzeptiere ich in jeder Weise und aus vollem Herzen", heißt es in seiner Stellungnahme. Des weiteren wolle er seinen "Einsatz für den afrikanischen Kontinent" verstärken.

Die Ethikkommission bewertete diese Ankündigung positiv: "Das von ihm nun in Aussicht genommene Eintreten gegen Rassismus innerhalb der Arbeit des DFB und ein weitergehendes Engagement in und für Afrika ist für die Kommission glaubhaft", hieß es. Die Kommission setzte darauf, dass die entstandene öffentliche Debatte über Tönnies zu einem "verstärkten Einsatz gegen Rassismus im Fußball führen wird". Der FC Schalke hatte im Nachgang der Äußerungen eine Anlaufstelle ins Leben gerufen, bei der diskriminierende Vorfälle, rassistisches, gewalttätiges oder sexistisches Verhalten gemeldet werden kann.

Vor einigen Wochen hatte Tönnies beim Tag des Handwerks irritierende Thesen zur Eindämmung des Klimawandels geäußert: Er hatte vorgeschlagen, statt höherer Steuern solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. Denn: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Diese Aussage wurde vielfach als rassistisch gewertet. Tönnies entschuldigte sich, der Ehrenrat von Schalke 04 entschied, dass der 63-Jährige sein Amt für drei Monate ruhen lassen müsse. Die Begründung des Ehrenrates: Tönnies habe zwar gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen, doch der Vorwurf des Rassismus sei unbegründet.