Der amtierende Präsident des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, Fritz Keller, soll neuer Präsident des DFB werden. Den Vorschlag seiner Findungskommission teilte der DFB mit. Die Wahl findet am 27. September in Frankfurt am Main statt.

"Mit Blick auf den SC Freiburg ist mir die Entscheidung, für das Amt des DFB-Präsidenten zur Verfügung zu stehen, alles andere als leichtgefallen", sagte der 62-jährige Keller. Da die beiden Ämter nicht miteinander zu vereinbaren wären, werde er im Falle einer erfolgreichen Wahl als DFB-Präsident das Amt als Präsident des SC Freiburg "schweren Herzens" niederlegen. Keller wurde 2010 erster Vorsitzender und 2014 Präsident des SC Freiburg.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch sagte, dass Fritz Keller der richtige Mann für die Zukunft des Deutschen Fußball-Bundes sei. "Er kann Menschen zusammenbringen, das gesamte Spektrum des deutschen Fußballs repräsentieren und insbesondere gleichermaßen für die Interessen des Profi- und des Amateurfußballs eintreten."

Fachlich und charakterlich überzeugt

Als Präsident des SC Freiburg habe Keller "über alle Maßen" fachlich und charakterlich überzeugt, sagte DFB-Vizepräsident Reinhard Rauball. "Ausgestattet mit einem klaren Wertekanon und großer Bodenständigkeit, hat er sich sowohl in seinem Klub als auch beispielsweise im Rahmen der DFL Stiftung immer zur gesellschaftlichen Verantwortung des Fußballs bekannt."

Keller war der erste und einzige Kandidat, mit dem die Findungskommission Gespräche geführt hat. Er würde beim DFB die Nachfolge von Reinhard Grindel antreten, der Anfang April das Amt aufgegeben hatte. Seitdem führten die DFB-Vizepräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch die Geschäfte.

Der unmittelbare Anlass für Grindels Rücktritt war, dass er eine Uhr im Wert von 6.000 Euro von einem Funktionärskollegen annahm. Grindel wird zudem vorgeworfen, falsche Angaben über seine Einkünfte gemacht zu haben. Als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft soll Grindel von Juli 2016 bis Juli 2017 zusätzlich zu seinen sonstigen Einnahmen 78.000 Euro erhalten und dies nicht publik gemacht haben. Der einstige CDU-Berufspolitiker verlor während seiner Amtszeit zusehends an Rückhalt in seinem Verband.