Wer spielt wann gegen wen?

32 Spiele in der ersten Runde. Da ist Scrollen angesagt. Eine kleine Abkürzung hier: Der Titelverteidiger, die Bayern, spielen am Montagabend im schönen Cottbus. Der BVB ist schon am Freitag in Uerdingen zu Gast.

KFC Uerdingen – Borussia Dortmund
SV Sandhausen – Borussia Mönchengladbach
FC Ingolstadt – 1. FC Nürnberg (Freitag, 20.45 Uhr)
1.FC Kaiserslautern – FSV Mainz 05
Alemannia Aachen – Bayer Leverkusen
TuS Dassendorf – Dynamo Dresden
FC 08 Villingen – Fortuna Düsseldorf
SV Drochtersen/Assel – FC Schalke 04
SC Verl – FC Augsburg
FC Viktoria Berlin – Arminia Bielefeld
Wacker Nordhausen – Erzgebirge Aue
1.FC Magdeburg – SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr)
Würzburger Kickers – TSG Hoffenheim
KSV Baunatal – VfL Bochum
SSV Ulm – 1. FC Heidenheim (Samstag, 18.30 Uhr)
Atlas Delmenhorst – Werder Bremen (Samstag, 20.45 Uhr)
Germania Halberstadt – Union Berlin
SV Rödinghausen – SC Paderborn
Waldhof Mannheim – Eintracht Frankfurt
FC Oberneuland – SV Darmstadt
1.FC Saarbrücken – Jahn Regensburg
VfB Lübeck – FC St. Pauli
VfB Eichstätt – Hertha BSC
VfL Osnabrück – RB Leipzig (Sonntag, 15.30 Uhr)
Chemnitzer FC – Hamburger SV
MSV Duisburg – Greuther Fürth
SV Wehen Wiesbaden – 1.FC Köln (Sonntag, 18.30 Uhr)
Hallescher FC – VfL Wolfsburg
Karlsruher SC – Hannover 96
Hansa Rostock – VfB Stuttgart (Montag, 18.30 Uhr)
Energie Cottbus – FC Bayern München (Montag, 20.45 Uhr)

Wo gibt es Sensationspotenzial?

Die erste Runde des DFB-Pokals birgt für Vereine aus der ersten und zweiten Liga Jahr für Jahr das Risiko, sich gegen Maurer und Bankangestellte aus dem Wendland kräftig zu blamieren. Nur Schalke hat das irgendwie anders schon vor dem ersten Spiel geschafft. Das neue, teuer eingekaufte Personal der Profis (Gruß nach München) ist noch etwas hüftsteif, die Amateure hingegen schon mitten in ihrer Saison und erleben ihr Spiel des Lebens. Zum Beispiel die Männer der TuS Dassendorf. Sie wurden zwischen 2014 und 2018 fünfmal Meister der Oberliga Hamburg, in der vergangenen Saison immerhin Dritter. Doch nie sind sie aufgestiegen: "Wir wollen auf jeden Fall nicht aufsteigen, wenn wir den Titel gewinnen. Auch in den nächsten Jahren werden wir keinen Antrag stellen", sagt Trainer Jan Schönteich, weil man sonst das ganze Dorf umbauen müsste und darauf hat der Oberligist vor den Toren Hamburgs keine Lust. Clevere Taktik, um die anreisenden Profis in Sicherheit zu wiegen. Dieses Jahr geht es, aus Platzgründen, in Zwickau gegen Dresden. Die scheiterten vergangenes Jahr am Regionalligisten SV Rödinghausen, wissen also, wie man sich blamiert. Außerdem sind die Dresdner nach zwei Spieltagen Letzter der zweiten Liga. Schaulustige also bitte hier entlang.

Wo noch?

Hansa Rostock hat schon im vergangenen Jahr den VfB Stuttgart mit 2:0 aus dem Pokal geworfen. Das scheint allen Beteiligten gut gefallen zu haben. Deshalb gibt es die Partie in diesem Jahr erneut.

Wo wird es am stimmungsvollsten?

Nia Künzer kennen die meisten nur als Golden-Goal-Torschützen aus dem Finale der Frauenfußball-WM 2003. Ihr Treffer wurde übrigens zum Tor des Jahres gewählt. Kürzlich aber zeigte Nia Künzer auch ihre Qualitäten als Losfee. Sie fischte derart viele aufregende Partien aus den Töpfen, dass man beim DFB eigentlich überlegen müsste, ihr diese Aufgabe auf Lebenszeit zu übertragen. Aachen gegen Leverkusen und Mannheim gegen Frankfurt sind Spiele, die nach Bundesliga klingen und sich in den vollen Hütten auch so anfühlen werden. Ulm gegen Heidenheim ist ein Derby, ebenso wie Delmenhorst gegen Bremen. Auf Lübeck gegen St. Pauli schaut der Norden, auf Ingolstadt gegen Nürnberg ganz Bayern, na ja – fast. Und dann ist da noch Kevin Großkreutz. Der wirft seine Döner mittlerweile durch Uerdingen, mit dem Drittligisten KFC trifft er auf seine große Liebe, den BVB. 30.000 Zuschauer werden sich das Spiel wohl anschauen, allein 200 davon bilden den Großkreutz-Tross: "Ich habe eigentlich einen kleinen Block im Stadion." Einen Fangesang gibt es auch schon. Doch, schon jetzt kann man sagen: Es gab schon langweiligere erste Pokalrunden.

Kommt eine schöne Groundhopping-Tour zusammen?

Na klar. Pokalzeit ist Reisezeit. Die ersten Bundesländer haben ihre Ferien schon beendet, die Autobahnen könnten freier nicht sein. Hier kommt Ihre perfekte Wochenendtour. Los geht es am Freitag mit Uerdingen gegen Dortmund. Der KFC spielt seine Spiele ja in Düsseldorf, eine Notlösung – doch für die BVB-Spieler ist das praktisch: Sie müssen ihre Ferraris gar nicht erst aus der Stadt fahren, ziehen sie den Rhein doch ohnehin fast alle dem Phönixsee vor.

Für den Groundhopper geht es nach diesem Abend und einem Altbier-Frühstück in der Ratinger Straße weiter: Mit der Bahn über Wuppertal und Hamm nach Verl, eine hohe Auslastung wird für die Züge nicht erwartet. In Verl gastiert am Nachmittag der FC Augsburg. Sicher haben Sie mitbekommen, das Verl Anfang Juli dem Bundesligisten aus Paderborn ein Unentschieden abkämpfte und dass die Kirchuhr des Ortes bis vor Kurzem noch als Stadionuhr diente.

Wenn Sie sich mit der Abreise beeilen und in Richtung Norden aufbrechen, sollten Sie gerade rechtzeitig in Bremen ankommen. Der SV Atlas Delmenhorst steht vor dem größten Spiel seiner Geschichte und darf im Weserstadion gegen den SV Werder antreten. Praktisch: Der Vorsitzende von Delmenhorst geht selbst seit 65 Jahren zu Werders Heimspielen. Wo er sein Bier nach diesem "historischen Tag" findet, weiß er schon.

Nach einer Nacht an der Weser geht Ihre Reise weiter in den Osten. In Halberstadt gibt es für das Spiel gegen Union Berlin noch 120 Restkarten an der Tageskasse, vorher empfiehlt sich ein Spaziergang durch die fachwerkhausgesäumte Altstadt mit dem größten Weinfass Deutschlands im Jagdschloss. Anschließend geht die Fahrt weiter nach Chemnitz, wo abends der CFC den HSV empfängt. Vielleicht können die beiden Clubs bei einem Unentschieden ja statt eines Elfmeterschießens Schlagzeilen über sich selbst nebeneinanderlegen: Wer mehr hat, gewinnt. Ein enges Rennen.

Nachdem Sie sich über den Wahlkampf in Sachsen informiert haben, wird Ihre Fahrt mit einem Tag in der Lausitz abgerundet. Energie gegen die Bayern, das ist ein schönes Revival der 2000er, in denen die Cottbuser die Bajuwaren zweimal als Loser nach Hause schickten. Avril Lavigne singt die Hymne, nach dem Spiel läuft Big Brother im Fernsehen. Ede Geyer guckt grimmig. Hach!