Bei der Pressekonferenz der Doping-Opfer-Hilfe (DOH) ist es zu einem Eklat mit einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Der Doping-Experte und DOH-Kritiker Werner Franke wollte sich am Donnerstag Zugang zur Pressekonferenz in der Bundesstiftung Aufarbeitung SED-Diktatur verschaffen, der DOH-Vorsitzende Michael Lehner bat dagegen den 79 Jahre alten Molekularbiologen, den Raum zu verlassen. "Sie sind nicht eingeladen. Bitte verlassen Sie den Raum", sagte der Anwalt zu Franke. Danach kam es zu dem Gerangel. 

Franke verließ danach den Raum mit der Einladung zu einer von ihm eigens organisierten Runde. "Wer die Wahrheit hören will, muss ins Maximilians kommen", rief Franke bei seinem Abgang. Das Restaurant liegt etwa 100 Meter entfernt von der Bundesstiftung. 

Der weltbekannte Doping-Experte Franke war einer der Gründer der DOH. Der Verein betreut und berät Tausende Dopingopfer der SED-Diktatur: Sportler, die physische wie psychische Schäden genommen haben, aber auch ihre Angehörigen. Franke gehört jedoch seit einigen Jahren zu den Kritikern des Vereins. Er kritisiert die Vorgehensweise des DOH und bezeichnet Antragsteller auf Entschädigung als "Trittbrettfahrer". 

Der Jurist Lehner, der Franke in früheren Prozessen verteidigt hatte, steht der DOH seit 2016 vor und sagte über den Vorfall: "Wenn zwei Alphatiere aufeinandertreffen, dann knallt es auch mal."