Wer spielte wie gegen wen?

Den Sieg in der Herzchenwertung holte sich diese Woche, schau an, RB Leipzig. Die Neulinge aus Paderborn gingen am leersten aus.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Augsburg gegen Union Berlin war zwar eines der grausigeren Bundesliga-Spiele des Wochenendes, aber es ist dann doch in einer Reihe historischer Berliner Ereignisse zu nennen: die Kennedy-Rede, der Mauerfall, die Eröffnung von Mustafas Gemüse-Kebap und nun eben Sebastian Anderssons Treffer zum 1:1 in der 80. Minute. Wenn man RB Leipzig mal nicht mitrechnet, was durchaus legitim ist, war es das erste Erstligator für einen ostdeutschen Fußballverein seit mehr als zehn Jahren, damals traf ein gewisser Emil Jula für Energie Cottbus. Es war auch das erste Tor und der erste Punktgewinn für Union Berlin in der Bundesliga. Das beruhigte die Nerven ein wenig. Nicht wenige der vielen Union-Fans werden sich nach der 0:4-Klatsche gegen RB zum Auftakt gefragt haben, ob es wirklich so eine gute Idee war, aufzusteigen. Nun haben sie gesehen, dass sie mithalten können. Zumindest gegen den FC Augsburg. Nächste Woche kommt der BVB.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Gar keines natürlich in so einer frühen Phase der Saison. Da verspricht jede gelungene Kombination Großes, in jedem Tor lebt bei den Fans die Hoffnung auf eine herrliche Saison. Fünf Clubs haben bisher beide Spiele gewonnen und dürfen träumen, darunter welche, von denen man es erwarten konnte: der BVB um den wunderbaren Jadon Sancho, RB Leipzig mit einem frisch vertragsverlängerten Timo Werner, auch Bayer Leverkusen, ein gar nicht mehr so geheimer Geheimfavorit. Ohne Punktverlust sind auch der VfL Wolfsburg, der unter dem neuen Trainer Oliver Glasner so effizient wie lange nicht mehr spielt, und auch der SC Freiburg, der sich ... ähm ... einfach nur über sechs Punkte gegen den Abstieg freut. Dafür wird Christian Streich schon sorgen.

Wer stand im Blickpunkt?

Steffen Baumgart. Der Paderborner bekam als erster Trainer der Bundesliga-Geschichte die Gelbe Karte. Er hatte sich nach Meinung des Schiedsrichters Tobias Welz etwas zu heftig beschwert. Unter anderem hatte Baumgart seine Kappe weggeschleudert, was eigentlich begrüßenswert war, denn die Kappe ist nicht besonders schön. Kappenwerfen und ähnliche Respektlosigkeiten aber sollen die Schiedsrichter nun bestrafen, bei vier Gelben Karten sind die Trainer gar für ein Spiel gesperrt. Schade eigentlich, dass Trainer wie Werner Lorant oder Eduard Geyer (unter dem Steffen Baumgart mal spielte) nicht mehr dabei sind, sie hätten die Karten vor ihrer Nase wahrscheinlich einfach aufgefressen.

Mehr geärgert wird sich Baumgart aber wohl über die zweite Niederlage im zweiten Spiel haben. Zum zweiten Mal gab es reichlich Lob für den Aufsteiger, zum zweiten Mal stand er mit leeren Händen da. Unter anderem, weil der womöglich schnellste Stürmer der Liga, Streli Mamba, zwar wieder ein Tor machte, aber ein oder zwei weitere vertändelte. Und weil Paderborns Kapitän Christian Strohdiek zweimal recht abenteuerlich verteidigte. Zwei Gegentore, die er auf seine Kappe nehmen musste.