Wer spielt wann gegen wen?

Die erste Herzchenwertung der Saison gewann dann doch etwas überraschend Union Berlin. Liebe Freiburg-Liebhaber, können Sie das auf sich sitzen lassen?

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Im Gegensatz zu Ihnen wird Clemens Tönnies das Topspiel Schalke gegen Bayern verpassen. Der Schalke-Chef hat nicht nur sein Amt niedergelegt, er scheut in diesen Tagen auch die Öffentlichkeit. Selbst eine Festrede auf dem dreitägigen Heimat- und Erntedankfest in Espeln, Ortsteil von Hövelhof, hat er abgesagt. Was die Espelner blöd finden, weil sie so schnell keinen Ersatzredner finden konnten. Ausgeladen hätten sie Tönnies nicht, und sie unterscheiden sich damit kaum von führenden Bundesliga-Köpfen, die sich zumindest nach außen hin kaum an Tönnies Einlassungen zum Klimawandel und zu Afrikanern störten. Die Branche hält den Mund. Wenn dann doch mal jemand was sagte, war Tönnies eher Opfer als diejenigen, die er beleidigte (Friedhelm Funkel: "Er wird ja regelrecht geschlachtet"). Erst am Donnerstag war die erste Stimme aus dem Fußballbusiness zu hören, der man Antirassismuskampagnen fortan noch abnimmt. Thomas Röttgermann, Chef von Fortuna Düsseldorf, sagte: "Beim Thema Rassismus und Diskriminierung gibt es für mich keine Puffer. Wenn jemand so etwas gesagt hat, steckt hinter diesen Worten Geringschätzung gegenüber anderen Gruppen. Wenn man sich diesen Satz zuvor überlegt, steckt ja Substanz dahinter. Dann ist diese Aussage definitiv rassistisch." Die Schalker Fans sahen das schon länger so. Schon beim Pokalspiel vor zwei Wochen forderten sie geschlossen den Rücktritt von Tönnies. Zum ersten Heimspiel nach Tönnies' Sprüchen könnte wieder protestiert werden. So ist das nämlich, wenn die Zuschauer fortschrittlicher sind als Spieler, Trainer oder Manager.  

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Augsburg gegen Union. Wenn am zweiten Spieltag der Vorletzte gegen den Letzten spielt, dann hat das meist noch nicht allzu viel zu sagen. Diese beiden Clubs aber haben sich diese beiden Plätze schon mal so richtig verdient. Union Berlin wusste beim 0:4 gegen RB Leipzig mit dem Ball so wenig anzufangen wie Nina Hagen mit den Wildecker Herzbuben. Augsburg bekam in Dortmund eine Abreibung, wobei nicht nur der neue Torwart Tomas Koubek eine bemitleidenswerte Figur machte, sondern die ganze Abwehr. Konsequenterweise durfte Augsburgs Trainer Martin Schmidt am Dienstag dann auch gleich zwei Abwehrspieler begrüßen. Tin Jedvaj, ausgeliehen von Bayer Leverkusen, und Stephan Lichtsteiner, der in seiner Vita Vereine wie den FC Arsenal und Juventus Turin stehen hat. Nun eben den FC Augsburg. Womöglich sehen wir Arjen Robben bald in der Alten Försterei. 

Wer steht im Blickpunkt?

Der neue Bayer. Zum ersten Training von Philippe Coutinho kamen trotz Nieselregens 1.600 Fans. Gefühlt jedem von ihnen kritzelte er nach der Einheit ein Autogramm aufs Trikot, Basecap oder was man den Stars heutzutage so unter die Nase hält. Gut erzogen, der Mann. Gegen Schalke wird er wohl nicht in der Startelf stehen, Trainingsrückstand, aber vielleicht bekommt er ja ein paar Minuten. In jedem Fall wird sich die Beinschuss- und Hackentrickquote in der Bundesliga in den kommenden Monaten schlagartig verdoppeln. Schalkes Sechser McKenny und Mascarell trainierten angeblich mit aneinandergebundenen Beinen, damit sie nach dem Spiel am Samstagabend nicht zu viele Lokalrunden geben müssen. 

Aber Coutinho könnte auch unangenehm für einige Mitspieler werden: Der brasilianische Fuddler bekam nicht nur die Nummer 10 (die die Bayern aus Respekt vor Arjen Robben eigentlich eine Weile nicht mehr vergeben wollten, nun ja), er spielt auch am liebsten auf der Zehnerposition. Nur: Diese Position gibt es beim aktuellen FC Bayern eigentlich gar nicht. Entweder Niko Kovač schiebt sein teures Leihobjekt also an eine ungeliebtere Stelle oder aber er stellt sein System um. Das aber würde bedeuten, dass Corentin Tolisso oder Leon Goretzka und vor allem das wandelnde FC-Bayern-Maskottchen Thomas Müller auf die Bank müssten. Was sagt Coutinho? "Müller ist ein großartiger Spieler, hat die WM gewonnen. Ich bin glücklich, ihn als Kollegen zu haben." Wie gesagt: Gut erzogen.