Es war ein außergewöhnlicher Tag für den FC Bayern, wenn auch nicht alles glatt ging. Stolz verkündete der Verein am Montag, dass er den brasilianischen Nationalspieler Philippe Coutinho vom FC Barcelona verpflichtet. Über die finanziellen Details hätten "die Parteien Stillschweigen vereinbart", stand in der Pressemitteilung. Barcelona hingegen teilte nahezu zeitgleich mit, dass die Leihgebühr 8,5 Millionen Euro und die Kaufoption 120 Millionen betrage. Der FC Bayern zahle zudem Coutinhos Gehalt, das in Barcelona bekanntlich 12 Millionen Euro netto betrug und in München vermutlich nicht viel weniger. In Deutschland sind die Bayern Dauermeister, international bestimmen sie nicht die Regeln.

Doch das waren Detail- oder Stilfragen. Coutinho könnte der Ausnahmefußballer der Bundesliga werden. Dennoch verraten die Umstände seines Wechsels nach München auch nicht nur Gutes über das sportliche Konzept der Bayern und den internationalen Status des Vereins.

Erinnert an Arjen Robben

Kein Zweifel, ein Star kommt in die Bundesliga. Coutinho ist ein Meister am Ball. Er kann genau passen und schießen, schnell ist er auch. Fast alle Abwehrspieler werden mit ihm große Probleme bekommen. In engen Räumen um den Strafraum des Gegners findet er die Nadelöhre und schlüpft hindurch. Eine seiner Lieblingsbewegungen erinnert an Arjen Robben, bloß von der anderen Seite: Er zieht von links mit Tempo in die Mitte und schießt mit rechts aufs und nicht selten ins Tor. Auch im Zentrum kann Coutinho spielen.

"Für Dortmund ist das nicht ganz so schön, aber für Bayern und die Bundesliga ist es ein toller Transfer", sagte Jürgen Klopp, der Coutinho in Liverpool trainierte, bevor der für 145 Millionen Euro nach Barcelona wechselte. Auch Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer des BVB, beglückwünschte die Bayern. Und der Neudortmunder Julian Brandt sagte, er sei ein "Riesenfan" von Coutinho.

Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidžić, der zuletzt in der Kritik stand, hat gut improvisiert. Leroy Sané war das ursprüngliche Ziel der Bayern, doch der verletzte sich, bevor man erfuhr, ob die Bayern ihn wirklich bekommen hätten. Mit Coutinho nun ist die achte deutsche Meisterschaft in Serie für den FCB ein gutes Stück wahrscheinlicher geworden.

Doch der Transfer hat auch eine andere Seite. Er zeigt, dass die Bayern nicht vorne dran sind, sondern hinterher putzen müssen. Sané hätte der Verein schon vor drei Jahren holen können, damals für 50 Millionen Euro. Doch nur Pep Guardiola erkannte dessen Stärken. Inzwischen würden die Bayern wohl das Dreifache ausgeben.