Dennis Schröder schaute ungläubig zur Hallendecke, Daniel Theis verschränkte die Arme hinter dem Kopf und biss in sein Trikot: Die deutschen Basketballer haben nach der Niederlage im Auftaktspiel gegen Frankreich auch das zweite Spiel bei der Weltmeisterschaft in China mit 68:70 (39:37) gegen die Dominikanische Republik verloren.

Danach hatte das Team von Bundestrainer Henrik Rödl zwar noch eine theoretische Chance, die Zwischenrunde der Weltmeisterschaft in Shenzhen zu erreichen – doch nur, wenn Außenseiter Jordanien gegen das Team aus Frankreich gewonnen hätte. Da dies nicht geschah, ist Deutschland aus dem Turnier geflogen. Damit sind auch die Chancen gesunken, dass sich die Mannschaft für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert. 

Bester Werfer des deutschen Teams im Spiel gegen die Dominikanische Republik war mit 20 Punkten NBA-Star Dennis Schröder, der jedoch weit von seiner Topform entfernt war. "Ich finde, dass wir weit unter unseren Möglichkeiten bleiben im Moment", sagte der sichtlich niedergeschlagene Bundestrainer Henrik Rödl beim Streamingdienst Magenta Sport nach dem Spiel über die Leistung des gesamten Teams. "Natürlich ist das jetzt in diesem Augenblick sehr enttäuschend. Das ist bitter, da müssen wir durch."

Rödls Team war vom eigenen Verband als eines der talentiertesten der deutschen Basketballgeschichte eingeschätzt worden. "Die Spieler waren alle mit ganzem Herzen dabei und sind alle sehr enttäuscht", sagte Rödl.

Erneut schwacher Start

Der Bundestrainer startete in das Spiel mit der Mannschaft aus der Dominikanischen Republik mit der gleichen Anfangsformation, die schon gegen Frankreich zum Einsatz gekommen war. Beim 74:78 gegen den Titelanwärter hatte das deutsche Team im ersten Viertel gerade einmal vier Punkte erzielt – das ist der schwächste Abschnitt in der deutschen WM-Geschichte. 

Auch gegen die Dominikanische Republik misslang der Start komplett. Die Dominikaner kamen zu einfachen Punkten, das deutsche Team wirkte auch in der Offensive erneut zögerlich und gehemmt. Schnell betrug der Rückstand 0:8.

Ohne Auszeit arbeitete sich seine Mannschaft zunächst selbst aus der Misere. Nach 140 Sekunden erzielte Center Theis die ersten Punkte, Ismet Akpinar versenkte den Premieren-Dreier und Schröder brachte sein Team beim 13:12 erstmals in Führung. Der 25-Jährige lenkte die deutsche Offensive, fand Theis mit schönen Vorlagen, zog immer wieder zum Korb.

In der Pause ließ sich Schröder vom Osteopathen Jo Kaufmann am Rücken behandeln. Erst im Liegen, dann auf einem Stuhl sitzend wurde der 25-Jährige über mehrere Minuten massiert. Zwischenzeitlich lag das deutsche Team mit neun Punkten vorne, Schröder kehrte auf das Parkett zurück – doch sein Team suchte weiter die nötige Sicherheit.

Zur Halbzeit noch knapp geführt

Mehrfach fehlte die letzte Konsequenz unter dem Korb des dominikanischen Teams. Nur weil die Dominikaner lediglich einen ihrer elf Dreipunktwürfe trafen, rettete das deutsche Team eine magere Führung von zwei Zählern in die Halbzeitpause.  

Und es ging zäh weiter. Vom deutschen Team gab es kaum Würfe von außen, plötzlich versenkten die Dominikaner ihre Dreier und lagen wieder mit 47:45 vorne. Das Team aus der Karibik zog sogar zu Beginn des letzten Abschnitts auf 60:52 davon – es entwickelte sich eine packende Schlussphase. Mit 68:70 lag Deutschland zurück, Schröder hatte den Ball, zog zum Korb, passte auf Danilo Barthel – doch der vergab die letzte Chance.