Wer spielte wie gegen wen?

Die meisten Herzchen bekam (ja!) RB Leipzig, der Tabellenführer, die wenigsten der FC Augsburg. Was wollen Sie uns damit sagen, liebe Userinnen und User?

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Frankfurt gegen Dortmund, ein spannendes Spiel, das Gesprächsstoff bot. Die Borussia zeigte anfangs ihre Muskeln, so gelangen Axel Witsel ein Tor sowie ein Assist und Achraf Hakimi ein paar Sturmläufe. Man sah aber auch die üblichen schwarz-gelben Blößen. Das Mittelfeld tat sich schwer, das Spiel zu kontrollieren. Die Abwehr schlug oft lange Bälle nach vorn. Die Außenverteidiger waren defensiv anfällig. Trotz zweifacher Führung gelang Lucien Favres Elf fast kein Konter. Dem BVB unterliefen zudem viele Fehlpässe und Ballverluste durch Raphael Guerreiro, Tomas Delaney oder Jadon Sancho. Marco Reus zeigte sich nur in sehr wenigen Szenen und nahm kaum Einfluss auf das Spiel. Mats Hummels, für seine tadellose Leistung gegen Barcelona nicht gering gelobt, machte beim 1:1 vor den Augen des Bundestrainers eine behäbige Figur. Die bis dahin harmlose Eintracht schaffte den Ausgleich und war fortan im Spiel. Der Auftritt in Frankfurt, der, symbolisch ambitioniert, mit einem Eigentor kurz vor Ende beschlossen wurde, zeigte wieder mal: Der BVB hat in jedem Spiel strahlende Momente, leidet aber an zu vielen kleinen und mittleren, offenbar auch nicht identifizierten Qualitätsmängeln. So wird das vielleicht wieder nichts mit dem Titel in dieser Saison.

Gereizt ging es nach dem Abpfiff zu. Marco Reus wurde auf Sky vom Field Reporter Ecki Heuser gefragt, ob es der Mannschaft an Mentalität mangele. "Kommt jetzt nicht mit eurer Mentalitätsscheiße!", entgegnete der als beherrscht bekannte Kapitän. Wenn etwas nicht so läuft, war es in Fußballdeutschland immer die Mentalität, wahlweise Einstellung. Analytisch ist das dürftig, da hat Reus nicht ganz unrecht. Sein Statement verriet freilich vor allem die Unzufriedenheit in Dortmund. Auch die Hilflosigkeit, denn Reus' Erklärung für den Misserfolg war auch nicht gerade erhellend. "Wir müssen in den letzten fünf Minuten einfach besser dagegenhalten."

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bremen gegen Leipzig. Im Duell der U40-Trainer Florian Kohfeldt gegen Julian Nagelsmann bekam Werder nicht viel hin, auch weil zehn Spieler verletzt fehlten. Leichtes Spiel für die stabilen Leipziger, die nicht mal in Unterzahl in Gefahr gerieten und durch zwei Standardtore und ein Abstauber locker siegten. Nach dem glücklichen Unentschieden vorige Woche gegen die Bayern verteidigten sie ihre Tabellenführung und bauten ihren Vorsprung auf den BVB aus. Die Radioreporter vom Mitteldeutschen Rundfunk kriegten sich, gemäß dem Hoeneß-Theorem, gar nicht mehr ein.

Wer stand im Blickpunkt?

Fritz Keller. Es war sein letztes Spiel als Präsident des SC Freiburg, denn am Freitag wird er zum neuen DFB-Präsidenten bestimmt. Er muss vielen Vorschusslorbeeren gerecht werden, die er auch aufgrund seiner Herkunft erhält. Im deutschen Fußball ist es geradezu Pflicht, den süßen und nachhaltigen SC Freiburg gut zu finden. Sei es noch so ein verkrampfter Kick wie das 1:1 gegen Augsburg am Samstag, bei dem die Breisgauer eine Viertelstunde gar Tabellenführer in der Blitztabelle waren – es wird sich jemand finden, der die Hochkultur der Freiburger Fußballschule preist. Auf solche Milde sollte der 62-jährige Winzer in seinem neuen sportpolitischen Amt nicht hoffen. Er soll den DFB nach vielen großen und kleinen Skandalen befrieden und gleichzeitig die übergriffige DFL zügeln. "Nach 25 Jahren tut es schon weh", sagte Keller gerührt bei seinem Abschied aus der badischen Idylle.