Der frühere Sport- und Finanzvorstand des Drittligisten Chemnitzer FC, Thomas Sobotzik, hat seinen Rücktritt mit rassistischen Anfeindungen und Drohungen begründet. Aus der aktiven Fanszene sei ihm "immer öfter blanker Hass entgegengeschlagen", teilte Sobotzik mit. "Was ich zuletzt an persönlichen Anfeindungen, Beschimpfungen und Drohungen erleben und erleiden musste, geht weit über das Maß hinaus, das verkraftbar ist."

Menschen "aus dem rechten politischen Lager" hätten mit rassistischen und antisemitischen Parolen gezielt darauf hingewirkt, seine Person ebenso wie den Verein zu diskreditieren, heißt es in der Mitteilung weiter. Diese Aktivitäten würden "die Basis für eine verantwortungsvolle und erfolgreiche Arbeit akut gefährden". 

Er habe in "dieser unheilvollen Situation" stets die sachliche Auseinandersetzung mit dem radikalen Teil der Fanszene gesucht, schreibt Sobotzik. Doch dieses Anliegen habe sich nicht umsetzen lassen. Als Beispiel führte der ehemalige Geschäftsführer die Entlassung des Kapitäns Daniel Frahn an: Bevor die Entscheidung des Vereins, Frahn zu entlassen, überhaupt öffentlich kommuniziert worden sei, habe er Drohungen und Beschimpfungen über WhatsApp erhalten. "Jeder kann sich vorstellen, wie so etwas einzuordnen ist." Frahn hatte bei einem Auswärtsspiel mit stadtbekannten Neonazis im Fanblock gestanden.

"Ich würde es immer wieder so machen"

Grundsätzlich bedaure er nicht, dass er sich in Chemnitz engagiert habe, endet Sobotzik sein Schreiben: "Ich würde es immer wieder so machen und auch den Kampf gegen rechtsradikale Anhänger im Interesse des Vereins und auch des Images der Stadt aufnehmen und mich somit klar positionieren im Sinne des gesellschaftlichen Auftrags des Fußballs."

Anfang September hatte Sobotzik seine Freistellung als Geschäftsführer erbeten. Der heute 44-Jährige war im Mai 2018 in den Vorstand des Chemnitzer FC gerückt. Auch der Trainer des Vereins, David Bergner, hatte sein Amt niedergelegt.