Wer spielt wann gegen wen?

Gerade, wenn die Ligen angefangen haben, sich erste Dramen und Sensationen andeuten, werden die Fußballer zwei Wochen auf Länderspieltour geschickt. Weil es da auch keine Herzchen zu verteilen gibt, ist das keine schöne Zeit. Die nervigste Länderspielpause von allen ist vorüber, endlich. Legen Sie los.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Das des BVB gegen Leverkusen. Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften waren in den vergangenen Jahren nie langweilig. In der vergangenen Saison spielte Leverkusen zweimal besser, verlor aber mit 2:4 und 2:3. Jetzt, in der ersten vollen Spielzeit unter Peter Bosz, darf man boszesk von noch mehr Offensive und noch weniger Verteidigung ausgehen. Es wird mindestens ein 6:5, vielleicht mehr, wir wissen aber noch nicht für wen. Für Dortmund wäre nach der 1:3-Niederlage bei Union Berlin ein Sieg ganz gut. Vor allem für Lucien Favre, dessen Zeit beim BVB schon bald vorbei sein könnte, wie die Sport Bild nach dem dritten Spieltag schreibt. Die Vereinsführung hätte gerne, dass auch ihr Trainer so etwas wie eine Meistermentalität entwickelt, doch Favre bevorzugt das Understatement: "Wir müssen aufpassen, was wir sagen", verkündete er mit Blick auf das Meisterrennen nach der Niederlage in Berlin-Köpenick. Das passt nicht ganz zusammen. BVB-Sportdirektor Michael Zorc versicherte zwar umgehend, man habe die Saisonziele natürlich mit dem Trainer besprochen. Medientheoretiker hätten ihren Spaß mit dem BVB, wir empfehlen Lektüre zum Kommunikationsquadrat.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Alle im Saarland. Es wird nämlich fast keine geben. Die Schiedsrichter werden streiken. Abgesagt wurden die Partien im Aktiven-, Frauen-, Junioren- und Ü-Bereich bis einschließlich der Saarlandliga. Die saarländischen Schiris haben genug von der Gewalt, die ihnen immer wieder entgegengebracht wird. Erst Ende August wurde ein Schiri bei einem C-Jugend-Spiel zusammengeschlagen. Auch der Saarländische Fußballverband unterstützt die Aktion, von ihm heißt es: "Nutzen wir gemeinsam das Streikwochenende als Zeichen gegen Gewalt und Diskriminierung auf unseren Sportplätzen." Wirklich einig sind sich der Verband und die Schiedsrichter aber nicht. Manchen geht die einmalige Aktion nicht weit genug, sie rufen zu weiteren, spontanen Streiks auf. Einem Schiedsrichter droht nun die Suspendierung.

Wer steht im Blickpunkt?

Leipzig. Der Tabellenführer empfängt am Samstagabend die Bayern. Tatsächlich hoffen viele – darf man das? – zum Wohle der Spannung auf einen Leipziger Sieg. Und wie würden in München Noch-Boss Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge reagieren, wenn die Bayern nach dem vierten Spieltag vier Punkte hinter Leipzig liegen? Rummenigge ist jedenfalls sicher: "RB Leipzig wird sich in den kommenden Jahren in der Spitze der Bundesliga etablieren." Vielleicht ist es auch schon in den kommenden Tagen so weit, ein Leipziger Sieg wäre ein ordentliches Statement. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hofft, dass er wieder den Timo Werner (fünf Tore) zurückbekommt, den er zur Nationalmannschaft und Jogi Löw schicken musste. Dort hatte er viele Chancen, traf aber das Tor nicht. Werner war im Sommer nicht ganz abgeneigt, nach München zu wechseln, er sagte es sogar recht offen, dort wollten sie ihn aber gar nicht. Jetzt hat er seinen Vertrag verlängert und könnte den Bayern zeigen, dass er mehr kann, als rennen und schießen. Neutrale Fans haben bei diesem Spiel, wie schon im Pokalfinale, die Wahl zwischen Pest und Cholera. Der medizinische Rat ist es, sich immer für das eine zu entscheiden.