Sieben Monate nach der Dopingrazzia Operation Aderlass bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Anklage gegen den Langläufer Max Hauke und den Radsportler Stefan Denifl erhoben. Beiden drohen im Fall einer Verurteilung Freiheitsstrafen von mehreren Jahren.

Während der Nordischen Ski-WM in Innsbruck und Seefeld hatten österreichische und deutsche Behörden Razzien durchgeführt, unter anderem auch bei einem deutschen Sportarzt in Erfurt. Er gilt als mutmaßlicher Drahtzieher eines internationalen Netzwerks und sitzt in einem Münchner Gefängnis in Untersuchungshaft. Bisher sind in dem Blutdopingskandal Namen von 21 Sportlern aus acht Ländern und fünf Sportarten betroffen.

Der frühere Langläufer Hauke geriet dabei sehr früh in die Schlagzeilen: Er wurde bei der Razzia in Seefeld auf frischer Tat beim Eigenblutdoping erwischt. Denifl wiederum legte bereits ein umfassendes Geständnis ab. Beide Sportler wurden bereits von der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission für je vier Jahre gesperrt.

Nun sollen die Vergehen von Hauke und Denifl auch von staatlicher Seite geahndet werden. So wirft die Staatsanwaltschaft Denifl gewerbsmäßig schweren Sportbetrug vor. Der Tiroler praktizierte demnach von 2014 bis zu seinem Karriereende 2018 Blutdoping, nahm Wachstumshormone – und täuschte damit auch seine Sponsoren, die ihm während des betroffenen Zeitraums mehr als 500.000 Euro zahlten.

Dem früheren Langläufer Hauke wiederum wird vorgeworfen, dass er sich ab der Saison 2015/2016 von einem deutschen Sportmediziner beim Eigenblutdoping betreuen ließ und darüber hinaus Wachstumshormone zu sich genommen hat.