Wer spielte wie gegen wen?

Die meisten Herzchen gab es diesmal für die Frankfurter, auch die meisten Gegentore.


Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Gladbach gegen Frankfurt. Es war ein beinahe bundesligatypisches Spektakel. Beide Teams boten sich einen Schlagabtausch, bei dem in der zweiten Halbzeit vier Tore zu bestaunen waren. Es rappelte auf beiden Seiten. Zwar gab es manches Chaos in den Abwehren und gelegentliche Löcher in Mittelfeldern, doch für das Kind in uns war das alles großartig. Ähnliche Spiele erlebten die Zuschauerinnen und Zuschauer in Berlin, wo Hoffenheim 3:2 gewann, und in Leverkusen beim 2:2 gegen Bremen.

Borussia Mönchengladbach, wahrlich keine Mannschaft ohne Mängel, bleibt in einer verrückten Liga, wo der Zehnte nur fünf Punkte entfernt ist, Spitzenreiterin. Auch wenn der Trainer Marco Rose nicht über die Tabelle reden will: Nach einem Viertel der Saison ist das nicht nichts.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Schalke gegen Dortmund. An Sky hat es nicht gelegen. "Jetzt wird Geschichte geschrieben", sagte der Moderator Wolff-Christoph Fuss beim Anpfiff mit maximalem Pathos. Dann folgte eine 90-minütige Marter. Der FC Schalke überzeugte zwar mit Sekundärtugenden, doch vertat sich beim Toreschießen. Bei seiner besten Chance war er auf die Mithilfe des Gegners angewiesen. Mats Hummels semmelte seinen Mitspieler an, den Abpraller schoss Suat Serdar dann an den Innenpfosten. Doch im Vergleich mit dem BVB waren die Königsblauen noch halbwegs okay. Die Dortmunder brachten im gesamten Spiel keinen Angriff zustande, ähnlich wie ein paar Tage zuvor in Mailand. Die Abwehr lahmte, im Spielaufbau gaben sie sich kurzsichtig, das Mittelfeld stocherte, stolperte und stelzte, als wollte es John Cleese zum 80. Geburtstag gratulieren.

Den Strafraum mieden die Schwarzgelben um den unsichtbaren Kapitän Marco Reus gänzlich, was sogar der Keeper des Gegners bemängelte. Lucien Favre muss sich vielleicht fragen lassen, wie er aus dem sicher nicht perfekten, aber offensiv talentierten Kader einen solch mutlosen Haufen geformt hat. Und warum er trotz der Flaute den Nationalstürmer Julian Brandt erst in der 86. Minute einwechselte. Generell ist die Bundesliga nicht gut, aber wenigstens ist sie unterhaltsam. Dortmund spielt zurzeit schlecht und zudem noch langweilig. Der BVB quält alle Fußballfans.

Wer stand im Blickpunkt?

Robert Lewandowski. Wieder landete einer seiner Schüsse im Netz. Jetzt hält er den alleinigen Bundesliga-Rekord, er traf in allen Spielen der ersten neun Spieltage. Seine Chancenverwertung, seine Quote bei guten Chancen, seine unbändige Lust auf Tore und Erfolg – das ist Weltklasse. Dreizehnmal hat Lewandowski alleine in dieser Bundesliga getroffen, mehr als doppelt so oft wie der Nächstbeste generell, mehr als sechs Mal so oft wie der nächstbeste Bayern-Schütze.

Bei dem Tor zum 2:0 sah der Kenner allerdings auch, worin Lewandwoski nicht perfekt ist: Dribbling und Annahme. Er spielte den Ball nämlich dem Gegner in die Füße. Doch vom Gegenspieler Felix Kroos prallte er zurück zu Lewandwoski. Der Zufall half also ein bisschen, wie schon beim ersten Tor des FC Bayern. Der Meister war gerade mal ein Tor besser als der Aufsteiger, auch weil Manuel Neuer einen Elfmeter hielt.

Korrekturhinweis: In der ursprünglichen Version hieß es, in der zweiten Halbzeit zwischen Mönchengladbach und Frankfurt seien fünf Tore gefallen. Es fielen aber bloß vier.