Wer spielte wie gegen wen?

Zum wiederholten Mal kann RB Leipzig die meisten Herzchen einsammeln. Hat Fußballdeutschland etwa einen neuen, ungeahnten Liebling?

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Das des neuen Tabellenführers. 5:1 gewann Borussia Mönchengladbach gegen den FC Augsburg und grüßt von ganz oben. Zwischen Viersen und Grevenbroich werden viele Tabellen ausgedruckt in den kommenden Tagen. Ein herzliches Dankeschön dürfen die Gladbacher in jedem Fall auch an den Augsburger Schlussmann Tomas Koubek aussprechen, der nicht zum ersten Mal in dieser Saison etwas derangiert wirkte. Die Gegentore zwei und drei gingen jeweils ins kurze Torwarteck, beim 0:4 trat er zunächst über den Ball und anstatt sich anschließend wenigstens auf die Kugel zu schmeißen und sie zu sichern, ließ er Gladbachs Stürmer Pléa an sich vorbeilaufen. Eingeleitet hatte den Sieg übrigens mal wieder Marcus Thuram mit seiner Vorlage zum 1:0, der Sohn des Weltmeisters Lilian Thuram ist einer der wichtigsten Neuen bei Gladbach. Neben dem Trainer Marco Rose, einem Kumpel von Jürgen Klopp. Aber das sind ja mittlerweile fast alle Bundesliga-Trainer.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das des BVB, mal wieder nur ein 2:2, mal wieder eine Führung verdaddelt, kennt man ja schon. Zum dritten Mal hintereinander. 2:2 in Frankfurt, 2:2 gegen Bremen, 2:2 in Freiburg. In Frankfurt und Freiburg mussten nicht einmal die Gegner ausgleichen, das erledigten die Dortmunder gleich selbst. Jeweils Eigentore in der Schlussphase, dieses Mal in der 90. Minute, als Manuel Akanji im Weg stand. Pech? Vielleicht. Aber wie heißt es auf jedem Bolzplatz: Immer Pech ist Unvermögen. Julian Brandt formulierte es etwas analytischer: "Spielerisch läuft es nicht gut momentan. Und wenn es ums Kämpferische geht, gibt es Mannschaften, die besser sind als wir." Das klingt schlimm und ist sicher auch so gemeint.

Wer stand im Blickpunkt?

Sargis Adamyan. Der Armenier, der vor zwei Jahren noch in der Regionalliga Südwest beim TSV Steinbach Haiger spielte, schoss den FC Bayern vom Platz. Beim 2:1 seiner Hoffenheimer machte er zwei Tore und sorgte dafür, dass die Münchner am Sonntag mit ziemlich langen Gesichtern auf die Wiesn mussten. Immerhin konnte sich Jérôme Boateng ein Lächeln für die Fotografen abringen, obwohl er am Vortag bei beiden Toren den Ball durch die Beine bekam. Das gab sicher ein paar Runden im Käferzelt. Von Adamyan ist hingegen lediglich bekannt, dass er im Alter von fünf Jahren nach Deutschland kam, sich nach jedem Tor bekreuzigt, in seiner Jugend mal Landesmeister im Tischtennis war und mit einer Influencerin zusammen ist. Keine Angst, das ist nicht ansteckend.