Wer spielt wann gegen wen?

Nun sag, wie hältst du es mit Schalke und dem BVB?

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayern München gegen Union Berlin. "Es knirscht bei Bayern und jetzt kommt auch noch Union", titelte die Berliner Morgenpost süffisant. Vor einem Jahr wäre das ein reiner Gag gewesen, heute sind die Aussichten der Berliner bei ihrem ersten Auftritt in der Allianz Arena gar nicht mal so schlecht. Zwar ist Thomas Müller noch immer so viel wert wie der gesamte Kader der Unioner, die im vergangenen Jahr ein kapitalismuskritisches Thesenpapier zur Zukunft des deutschen Fußballs präsentierten, das sich fundamental von Münchner Interessen unterscheidet. Doch die sportlichen Verhältnisse sind womöglich gar nicht mehr so klar. Die Reise der Berliner Bedürftigen ins ferne Bayern fällt in eine Zeit, in der in München zwar die Bäume golden werden, die Lage sonst aber graut. Den 3:2-Sieg in Piräus am Dienstag kommentierten die Gewinner wie einen Rückschlag:

"Wir haben nicht die Leistung gebracht, die uns große Erfolge bescheren wird." (Rummenigge)
"Wir sind nicht da, wo wir sein sollten." (Neuer)
"Alles muss besser werden." (Salihamidžić)

Der knappe Sieg hat das Krislein zu einer Krise werden lassen, weil die Münchner Defizite deutlich wurden. Das Angriffsspiel lahmt und hängt von der Klasse einzelner Spieler ab, die immer ein Tor mehr schießen müssen, als die Abwehr kassiert. Die zitterte auch in Griechenland. Zudem fällt nach Niklas Süle jetzt auch Lucas Hernández wochenlang aus. Javi Martínez ist angeschlagen, vor der Abwehr gab es zuletzt ohnehin instabile Verhältnisse. Dazu kommt die Unruhe um Thomas Müller. Man weiß nicht genau, ob Uli Hoeneß ihm den Rücken stärken wollte, als er sagte: "Er wusste, dass es schwer wird, wenn Coutinho kommt." Er hat jedenfalls das Gegenteil erreicht: Müller schaut sich jetzt erst recht nach einem neuen Club um, Inter Mailand und Manchester United haben sich angeblich erkundigt. Sicher gibt es für Raumdeuter auch eine wunderschön klingende italienische Übersetzung.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Freiburg gegen Leipzig. Wenn Christian Streich den Schiedsrichter oder den Trainer des Gegners anschreit, wird es schon mal laut. Zu laut, finden manche Anwohnerinnen und Anwohner, die juristisch gegen das neue Freiburger Stadion, das in knapp einem Jahr fertig sein soll, vorgehen. Ein Rechtsstreit um Ruhestörung – ein urdeutscher Konflikt. Der meckernde Nachbar, jeder und jedem Deutschen fällt sofort eine solche Arschgeige aus eigener Erfahrung ein. Er selbst weckt montags ab sieben Uhr mit dem Laubbläser die halbe Straße, beschwert sich aber über jeden Mucks seiner Mitmenschen. Sein Dreiklang lautet: Polizei, Abmahnung, Anzeige. Ein Gericht gab den Klägern nun vorläufig sogar recht, Ordnung muss sein. Demnach dürfte der SC Freiburg nur zu bestimmten Uhrzeiten im neuen Stadion kicken. Der Verein stünde blamiert da. Soll er seine Zuschauenden ab 22 Uhr um Torjubel in Zimmerlautstärke bitten? Oder freitagabends nur noch gegen Wolfsburg spielen? Oder die ganze Chose als Initiative für fanfreundliche Anstoßzeiten verkaufen? Doch vielleicht war die Aufregung nur viel Lärm um Lärm, denn einen Tag später korrigierte das Gericht sein Urteil. Nicht per Videobeweis, sondern offenbar hatte es bei der Rechtsprechung eine veraltete Lärmschutzverordnung zur Hand genommen. Peinlich. Die neue, vereinsfreundlichere, hat übrigens der Hamburger Verein Teutonia 1905 Ottensen vor Gericht durchgekämpft. Ein Dank an ihn, ein Hoch auf die Amateure! Die, liebe Freiburger, freuen sich übrigens immer über Sachspenden in flüssiger Form.

Wer steht im Blickpunkt?

Wattenscheid 09. Der Verein mit einer der eingängigsten Vereinsmelodien Deutschlands hat seinen Spielbetrieb eingestellt. Der Traditionsverein aus dem Pott, der in den Neunzigern vier Jahre in der Bundesliga verbrachte, die Bayern schlug und von Uli Hoeneß mit einem unnetten Satz bedacht wurde ("Wattenscheid ist das Schlimmste, was der Bundesliga passieren konnte") und im Rest von Pott als "Wattn Scheiß!" verspottet wird, hatte Ende August einen Insolvenzantrag gestellt. Es fanden sich keine Geldgeber mehr, die erste Mannschaft wurde in dieser Woche zurückgezogen. Im Februar sagte der Aufsichtsratsvorsitzende und Geldgeber Oguzhan Can: "Von den 18 Vereinen unserer Liga stehen 15 oder 16 kurz vor der Pleite." Wattenscheid sei nur der einzige, der das öffentlich gemacht hat. Es sei ein strukturelles Problem der Regionalligen. Immerhin: Die Jugendabteilung, in der Leroy Sané, die Altıntop-Brüder und Yıldıray Baştürk groß wurden, bleibt mit zwölf Teams vorerst erhalten. In der Hymne heißt es: "Du wirst niemals untergehen."