Was waren die wichtigsten Entscheidungen?

Dina Asher-Smith aus Großbritannien gewann nach Silber über 100 Meter Gold über 200. Ihr Vorsprung auf die US-Amerikanerin Brittany Brown war groß. Bronze eroberte sich Mujinga Kambundji aus der Schweiz, die dem Klischee ihrer Heimatstadt deutlich widersprach. Über deren Einwohner kursieren Witze wie: Bückt sich ein Berner nach einer Schnecke… zack, ist sie weg. Kambundji brauchte nur 22,51 Sekunden für die halbe Stadionrunde.

Die 110 Meter Hürden der Männer absolvierte der US-Amerikaner Grant Holloway am schnellsten. Omar McLeod aus Jamaika, ein Medaillenkandidat, stürzte kurz vor dem Ende und riss Orlando Ortega fast mit auf die Tartanbahn. Der Spanier ging sodann leer aus.

Den Hammer warf der Pole Paweł Fajdek am weitesten. Mit 80,50 Meter wurde er zum vierten Mal in Serie Weltmeister. Doch er hat noch mehr geschafft: Mit angedeutetem Undercut, Full Beard und Oxfordbrille etablierte er die Hipsterkultur in der Metallkugelszene.

Was war der Aufreger des Abends?

Es gab Messfehler. Etwa beim 5.000-Meter-Vorlauf der Frauen. Und beim Weitsprung des Zehnkampfs kamen die Richter nach einem Versuch des Deutschen Niklas Kaul auf 6,32 Meter; in Wahrheit waren es 7,19 Meter. Das war also mal ein knapper Meter Unterschied. Per Video wurde die Weite korrigiert, auf den Kölner Keller bleibt Gott sei Dank Verlass.

Was machten die Deutschen?

Sie beanstandeten und reichten Regressforderungen beim Reiseunternehmen ein. Die Kugelstoßerin Christina Schwanitz aus Dresden beschwerte sich über die Bierpreise in Katar von fast 14 Euro. "Die haben doch eine Meise und einführen darf man auch nichts", klagte die Sächsin. Es sei das erste Mal in ihrer Karriere, dass sie einen Wettkampf ohne Alkohol bestreite. "Das ist fürchterlich." Dennoch, mit abstinenten 18,52 Meter im ersten Versuch qualifizierte sich Schwanitz für das Finale am Donnerstag.

Es gibt kein Bier in Katar, es gibt kein Bier. Nicht nur deshalb kommt Schwanitz zu einem vernichtenden Urteil über die Wahl des Orts dieser WM – und auch über diejenigen, die sie zu verantworten haben. "Die Entscheidung wurde sicher getroffen, weil die Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger gestimmt hat."

Und sonst?

Travis Tygart, der Chef der US-Antidopingagentur Usada, hat sich im ZDF zum Nike Oregon Project und zu Alberto Salazar geäußert, dem dopinggesperrten Lauftrainer. Der Großwildjäger Tygart, der schon Lance Armstrong zu Fall brachte, sprach "von medizinischen Experimente an Sportlern", die wie "Versuchstiere" behandelt wurden. Die Athleten nahm Tygart in Schutz. "Sie hatten keine Ahnung, was mit ihnen getrieben wurde." Dahingegen trage Nike, der Sponsor mit dem Swoosh, dem Haken, die Hauptverantwortung für das System. In dessen Namen, und auf dessen Gelände sei dies alles geschehen.

Als mündige Athletin erwies sich auch Jenny Simpson, die frühere Weltmeisterin über 1.500 Meter. Auf Salazar angesprochen, sagte sie: "Don't cheat!" Und: "Get him out!" Werft den Betrüger raus!