FC Bayern München - Fans feiern Uli Hoeneß zum Rücktritt Der Präsident des FC Bayern München wurde mit minutenlangem Beifall und "Hoeneß"-Rufen auf der Jahreshauptversammlung verabschiedet. Nachfolger wird Herbert Heiner. © Foto: Andreas Gebert/​Reuters

Der Bayern-Chef Uli Hoeneß hat sich bei der Jahreshauptversammlung in der Münchener Olympiahalle mit einer Rede aus dem Amt als Präsident des FC Bayern München verabschiedet. "Es war eine wunderschöne Zeit. Das war's! Ich habe fertig! Danke!", sagte er. Beim minutenlangen Beifall der 6.091 Mitglieder hatte der 67-Jährige Tränen in den Augen. Hoeneß äußerte sich nicht im Detail dazu, wie er sein künftiges Leben ohne Führungsamt beim FC Bayern führen wolle. Er werde auf jeden Fall "irgendetwas im sozialen Bereich machen".

Der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer wurde zu Hoeneß' Nachfolger als Vereinspräsident gewählt. Er wolle den Sachverstand aus 30 Jahren Adidas, sein großes Netzwerk und die "riesige Leidenschaft für den FC Bayern München" einbringen, sagte Hainer.

Hoeneß betonte, ohne die Mitglieder und deren Unterstützung wäre er nach seiner Zeit im Gefängnis nicht mehr an die Vereinsspitze zurückgekehrt. "Sie haben mir wunderbare Jahre geschenkt", sagte er.

"Der Verein muss selbstbewusst sein – nicht arrogant"

In seiner 18 Minuten dauernden Rede blickte Hoeneß auf seine Spielerkarriere und die Anfänge als Manager – und auf den FC Bayern der Zukunft. "Wenn ich vom FC Bayern träume, dann denke ich, da ist ein Tanker, der auf dem Weltmeer entlanggleitet", sagte Hoeneß. "Der Tanker muss geradeaus fahren und nicht nach links schauen – und schon gar nicht nach rechts."  

Der FC Bayern müsse sozial sein, selbstbewusst und nicht arrogant, sagte Hoeneß. Er bat darum, mit seinem Nachfolger Herbert Hainer und auch Oliver Kahn, der in zwei Jahren den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge ablösen soll, "Geduld zu haben". Die Vereinsführung rief er zum Zusammenhalt auf: "Die Gegner sitzen draußen, die dürfen nicht zu Hause sein."

In drei verschiedenen Positionen prägte Hoeneß den deutschen Fußball-Rekordmeister über Jahrzehnte: erst als erfolgreicher Stürmer und Weltmeister von 1974, dann 30 Jahre als Manager und in den letzten zehn Jahren mit einer Unterbrechung wegen einer Haftstrafe als Präsident und Aufsichtsratschef. Sein Mandat im Aufsichtsrat will er bis ins Jahr 2023 weiter ausüben.