Wer spielte wie gegen wen?

Der Sieg in der Herzchenwertung geht erneut nach Leipzig, Wolfsburg mal wieder ungeliebt.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

RB Leipzig gegen den 1. FC Köln. Wer momentan Bock auf Bundesliga-Tore hat, der sollte sich die Spiele der österreichischen Sachsen anschauen. 8:0, 4:2, 4:1, allein in den drei letzten Spielen traf RB häufiger als eine Handvoll Bundesliga-Teams seit Saisonstart. Mit ihrem stets streitsuchenden Angriffsfußball überfordern die Leipziger konstant die Konkurrenz. Zuletzt die Kölner um Jonas Hector, der vor dem 1:0 in einer Zone Orientierung und Ball verlor, in der viele Teams sich kaum die Mühe machen, die Gegner überhaupt anzugreifen. Dann geht es stets ICE-haft nach vorn, ein Vergleich, mit dem man Leipzig fast noch Unrecht tut, weil ein ICE sich auch mal verspätet oder auf offener Strecke liegen bleibt oder anderweitige Mängel aufweist. Die Leipziger sind hingegen Tabellenzweiter und gäbe es eine Tabelle der aktuellen Bundesliga-Form, würden sie sich mit dem FC Bayern um Platz eins streiten. Vielleicht ja dann auch im Mai.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Einen Tag zum Vergessen erwischte zumindest Herthas Torwart Rune Jarstein. Beim FC Augsburg sah er schon beim ersten Gegentor etwas unentschlossen aus, dann vertändelte er den Ball und trat sowohl Florian Niederlechner als auch Sergio Córdova um. Letzteren allerdings erst, nachdem der den Ball zum 2:0 ins Tor geschossen hatte. Jarstein flog vom Platz, die Hertha verlor 0:4. "Übernimmt jetzt Klinsmann?", fragen die Boulevardblätter nach der vierten Niederlage in Folge. Die bessere Frage: Vertragen sich Buddhastatuen mit der NS-Architektur rund ums Berliner Olympiastadion?

Wer stand im Blickpunkt?

Robert Lewandowski. Das beste Zeichen, dass man es als Stürmer geschafft hat? Alle reden darüber, wenn man ausnahmsweise mal nicht trifft. Am Samstag passierte das dem Polen zum ersten Mal in dieser Saison. Er wird es aushalten, weil er gut spielte, ein Tor vorbereitete und der FC Bayern wieder auf dem Weg an die Tabellenspitze ist. Das 4:0 war das nächste überzeugende Spiel unter Hansi Flick. Die Mannschaft ist voll des Lobes über den Interimstrainer, er sei nett und sein Spielstil gefalle auch. Die Bayern greifen ihre Gegner nun deutlich früher an, ergattern den Ball oft tief in der Hälfte des Gegners und haben es dann nicht weit zum gegnerischen Tor. In Spielen wie diesen wird zudem deutlich: Zumindest in der Bundesliga ist die individuelle Qualität der Spieler so groß, dass ein Bayern-Trainer gar keine Wunderdinge vollbringen muss, um deutlich überlegenen Fußball spielen zu lassen. Er muss lediglich möglichst wenig falsch machen. Jedes der letzten Spiele ist also auch ein kleiner Gruß an Niko Kovač.