Wer spielt wann gegen wen?

Erster Advent, öffnen Sie Ihre Herzen.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Selbstverständlich Hertha BSC gegen den BVB. Es ist das Bundesliga-Comebackle von Jürgen Klinsmann, der vom "spannendsten Fußballprojekt in Europa" redet und ja, er meint tatsächlich Hertha BSC, die alte Dame, die noch immer nach Westberliner Eckkneipe müffelt. Um die Hertha sexy zu machen, bringt Klinsmann nicht nur reichlich kalifornisches positive thinking mit, sondern auch viele Menschen. So viele, dass manche schon witzeln, nur für den Posten als Cheftrainer habe Klinsmann niemanden dabei. Markus Feldhoff und Alexander Nouri als Assistenten sind seine neuen Jogis, auch wenn Nouri bei seinem letzten Zweitliga-Engagement in Ingolstadt nur acht Spiele lang auf der Bank sitzen durfte, von denen er keines gewann. Um die Fitness wird sich Werner Leuthard kümmern, ein Oberleutnant der Bundeswehr und lange treuer Assistent von Felix Magath. Es dürfte sich also lohnen, in Berlin kurzfristig ins Medizinballgeschäft zu investieren. Die Torhüter wird Andreas Köpke trainieren und dann gibt es noch eine völlig neue Position: Arne Friedrich wird Performance-Manager. Was das genau sein soll, weiß auch nach Klinsmanns Erklärung so recht keiner. Was wohl die Fans, Verzeihung, die Atmosphere-Officers, beim Schultheiss darüber denken?

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Mainz gegen Frankfurt, weil montags können wir nie.

Was steht im Blickpunkt?

Jadon Sanchos Wecker. Hoffentlich ist der für den Samstag korrekt gestellt. Hoffentlich gibt es überhaupt einen in der Ausschlafhauptstadt Berlin. Vor dem Spiel in Barcelona jedenfalls hatte Sancho das gemeinsame Frühstück verpasst. Hat er sich nur den Gepflogenheiten der Region angepasst oder war es Absicht? Das Portal The Athletic zitiert Sanchos Lager: Er fühle sich in Dortmund gedemütigt, ungeschützt und werde zum Sündenbock gemacht. Bei der Niederlage gegen die Bayern wurde er nach einer halben Stunde ausgewechselt, eine Schmach sei das für ihn gewesen, in Barcelona kam er erst zur zweiten Halbzeit und schenkte dem BVB zumindest noch ein Tor. Der war bis dahin so ängstlich aufgetreten wie die Touristen, die sich auf Las Ramblas an ihre Handtaschen klammern. Fraglich, ob Lucien Favre es sich leisten kann, den unzufriedenen 19-Jährigen erneut draußen zu lassen. Denn sollte der BVB auch in Berlin verlieren, ist Lucien Favre derjenige, der bald wohl keinen Wecker mehr braucht.