Die deutsche Fußballnationalmannschaft spielt bei der Europameisterschaft 2020 in der Gruppe F gegen die Nationalmannschaften aus Frankreich und Portugal. Damit steht Deutschland in der Gruppenphase in München dem Weltmeister und dem Europameister gegenüber.

Der dritte Kontrahent wird erst am 31. März 2020 nach dem Ende der Playoff-Partien feststehen – sieben Optionen gibt es noch. Gewinnt Island, Bulgarien oder Co-Gastgeber Ungarn den Playoff-Pfad A, ist dieses Team in der deutschen Gruppe. Setzt sich dort Rumänien durch, wird definitiv ein EM-Neuling Gegner. Da Rumänien als Co-Gastgeber in die Holland-Gruppe muss, würde der Sieger des Pfades D in die DFB-Gruppe kommen: Das wären Georgien, Nordmazedonien, Kosovo oder Belarus.

"Wir sind nicht Favorit"

"Das ist eine Hammergruppe, klar", sagte Bundestrainer Joachim Löw. "Jeder muss in der Gruppe ans Limit gehen, um eine Chance zu haben, in die K.-o.-Runde zu kommen. Ich freue mich." DFB-Präsident Fritz Keller gewann dem "Hammer-Los" etwas Gutes ab: "Mit diesen Spielen können wir gleich Fußball-Fieber in Deutschland entfachen." Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff sprach vom "schwierigsten" Los: "Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in die Gruppe. Das wird für unsere junge Truppe eine große Herausforderung. Ich hoffe, dass durch unseren Heimvorteil ein Schub entsteht."

Ab Ende Mai wird Löw seinen Kader in Seefeld in Tirol auf das Turnier vorbereiten. Fix ist nun ein Test in Basel gegen die Schweiz während des Trainingslagers. Ein weiterer Kontrahent für die EM-Generalprobe soll in Kürze bekannt gegeben werden. Bereits vereinbart ist ein Gastspiel im März in Madrid gegen Spanien, das wie Deutschland mit je drei Turniererfolgen EM-Rekordsieger ist. Portugal sei nach der Auslosung keine Testoption mehr, sagte Löw.

Das Eröffnungsspiel des Turniers bestreiten Italien und die Türkei aus der Gruppe A am 12. Juni im Olympiastadion in Rom. Neben der Gruppe A stehen nur in der Gruppe B bereits alle Kontrahenten fest. Hier treffen unter anderem Finnland und Belgien aufeinander. In der Gruppe C wird Österreich auf die Niederlande treffen, während Favorit England in Gruppe D auf Kroatien und Tschechien trifft. Einem weiteren Favorit stehen Schweden und Polen in der Gruppe E mit Spanien gegenüber.

Schlechte Erinnerung an die Franzosen

Für die deutsche Nationalmannschaft beginnt das Turnier mit dem ersten von drei Heimspielen am 16. Juni 2020 in der Allianz Arena in München. Dort stehen die Deutschen zunächst Weltmeister Frankreich gegenüber. Bei der letzten EM im Jahr 2016 bedeutete das Spiel gegen die Franzosen das Turnier-Aus für Deutschland. Im Halbfinale in Marseille unterlag die Mannschaft von Joachim Löw mit 0:2.

Das Spiel gegen Europameister Portugal findet am 20. Juni 2020 statt. Die Turnier-Vergangenheit mit dem Titelverteidiger sieht für die Deutschen besser aus als bei Frankreich. Sowohl bei der EM 2012 (1:0) als auch bei der WM 2014 (4:0) gab es Vorrundensiege. Das dritte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft wird am 24. Juni 2020 stattfinden.

Für Joachim Löw ist es bereits die vierte EM als Nationaltrainer. 2008 noch mit Mannschaftskapitän Michael Ballack kamen die Deutschen bis ins Finale gegen Spanien (0:1). 2012 und 2016 endete die Europameisterschaft für Löw und sein Team jeweils im Halbfinale. 2012 gegen Italien (1:2) und 2016 gegen Frankreich (0:2). Die Meisterschaft zu gewinnen gelang Löw bisher noch nicht.

Finale in London am 12. Juli

Sollte die deutsche Mannschaft aus der Gruppe F als Sieger hervorgehen, würde sie im Achtelfinale in Bukarest spielen. Über St. Petersburg im Viertelfinale ginge es bei Erfolg weiter zum Halbfinale und zum Endspiel am 12. Juli – beide in London.

Als Gruppenzweiter käme es zu einem Achtelfinalspiel in Dublin gegen die englische Mannschaft. In diesem Fall ginge es bei einem Sieg weiter nach Rom für das Viertelfinale. Auch als Gruppendritter ist das Weiterkommen möglich. Dafür müssen mindestens zwei andere Drittplatzierte anderer Gruppen schlechter sein. In diesem Fall wären die Spielorte für Achtel- und Viertelfinale entweder Bilbao und München oder Budapest und Baku.