Die deutsche Frauennationalmannschaft hat England im Londoner Wembley-Stadion besiegt. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes gewann das Prestigeduell nach einer überzeugenden Leistung mit 2:1 (1:1). Vor 77.768 Zuschauerinnen und Zuschauern erzielten Spielführerin Alexandra Popp (9. Minute) und Klara Bühl (90.) die Treffer für die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. "Das war ein super Abschluss des Jahres", lobte Voss-Tecklenburg ihre Mannschaft nach dem Spiel. "Wir haben heute viele gute Sachen gesehen."

Für den WM-Vierten England traf Ellen White zum zwischenzeitlichen 1:1 (44.). Kurz zuvor hatte die deutsche Torhüterin Merle Frohms noch einen von ihr selbst verschuldeten Foulelfmeter von Nikita Parris spektakulär mit dem Fuß abgewehrt (36.). "Keine Ahnung, wie sie den gehalten hat", kommentierte Popp die Leistung der Torhüterin.

Zwar wurde der angekündigte Europarekord mit 90.000 verkauften Tickets deutlich verfehlt, doch auch ohne Bestwert erlebten die Zuschauer eine bis zum Schluss unterhaltsame Partie. "Das war Gänsehaut pur, ich fand's bombastisch", sagte Popp über die Atmosphäre im Stadion.

Am Ende stand ein verdienter Sieg für die deutsche Mannschaft. Vor allem in der Anfangsphase und mit der Schlussoffensive zeigten die DFB-Frauen ihr stärkstes Spiel in diesem Jahr. Trainerin Voss-Tecklenburg hatte das 26. Duell gegen England vor dem Spiel als "Geschenk für jede Spielerin" und "absolutes Highlight" bezeichnet. 

Ein starkes Zeichen hatten beide Mannschaften außerdem schon vor dem Anpfiff gesetzt, indem sie mit sogenannten Poppy-Armbinden aufliefen. Mit dem Motiv der roten Mohnblüten auf schwarzem Grund gedachten beide Teams der Opfer von Kriegen und kriegerischer Konflikte.

Nach dem Viertelfinalaus bei der WM in Frankreich und der verspielten Olympiateilnahme könnte der Sieg gegen England der deutschen Frauennationalmannschaft neuen Auftrieb geben.