Die Sportminister der Bundesländer haben in der Debatte um ein mögliches europaweites Verbot von Kunstrasenplätzen mit Plastikgranulat einen Bestandsschutz für bestehende Spielstätten gefordert. Darauf verständigten sie sich bei ihrer Tagung in Bremerhaven. Zwar sei Mikroplastik umweltschädlich. "Für den Austausch gegen umweltfreundliches Material brauchen wir aber eine ausreichende Übergangsfrist für bestehende Plätze", sagte die Vorsitzende der Sportministerkonferenz Anja Stahmann (Grüne).

"Es droht aber keine sofortige Sperrung der Kunstrasenplätze", sagte Stahmann weiter. Die Übergangsfrist für eine Umrüstung müsse mindestens sechs Jahre dauern, fordert Veronika Rücker, Vorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Nur so könne der Spielbetrieb aufrechterhalten werden.

Die Europäische Kommission will Mikroplastik – kleine Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter fünf Millimetern – verringern. Mikroplastik wird auf vielen Kunstrasenplätzen als Füllmaterial benutzt. In Deutschland betrifft das nach Schätzung des Deutschen Fußball Bundes (DFB) rund 6.000 Spielflächen, die demnach ausgetauscht werden müssten. Die Sportminister teilten mit, sie erwarteten auch von den Herstellern künftig Lösungen, wie das Verwenden von Mikroplastik als Füllstoff auf Kunstrasenflächen gänzlich vermieden werden könne.

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft bis Anfang 2020 die Verwendung des Mikroplastiks in Kunstrasen. Dabei soll auch berücksichtigt werden, welche alternativen Materialien für bereits bestehende Plätze verwendet werden könnten. Kork oder Kokosnussfasern würden sich hierfür unter anderem anbieten.