Der ehemalige niederländische Fußballstar Marco van Basten hat sich für eine Entgleisung während einer Fernsehsendung entschuldigt. "Es war nicht meine Absicht, die Leute zu schockieren", sagte er im Fernsehsender Fox Sports. In der Vorberichterstattung zu einer Liveübertragung des Erstliga-Spiels zwischen Ajax Amsterdam und Heracles Almelo hatte er zuvor gut hörbar "nicht so gut, Sieg Heil, Pfannkuchen" zu Moderator Hans Kraay gesagt.

Dieser hatte auf Deutsch ein Interview mit dem deutschen Heracles-Trainer Frank Wormuth geführt. Bei Twitter lösten die Worte Entrüstung aus. Der Europameister von 1988 entschuldigte sich bereits in der Halbzeitpause und sprach von einem "missratenen Witz" – offenbar wollte er sich über die Sprachkenntnisse von Kraay lustig machen, der Scherz sei aber "deplatziert gewesen". Wie die Zeitung Algemeen Dagblad berichtete, entschuldigte sich auch der Sender Fox Sports und bezeichnete Bastens Kommentare als "unangemessen".

Zusätzliche Brisanz bekam die Bemerkung, weil in den beiden höchsten Fußballligen in den Niederlanden an diesem Wochenende eine Schweigeminute gegen Rassismus abgehalten wurde. Die erste Minute nach Anpfiff sollten die Spieler nicht spielen, während auf den Anzeigetafeln eingeblendet wurde: "Rassismus? Dann spielen wir nicht!"

Zum ersten Mal im niederländischen Profifußball hatte am vergangenen Sonntag ein Schiedsrichter ein Spiel wegen Rassismus unterbrochen. Zehn Minuten vor der Pause pfiff der Schiedsrichter die Partie zwischen dem FC Den Bosch und Excelsior Rotterdam vorläufig ab, nachdem Excelsior-Spieler Ahmad Mendes Moreira bei jeder Ballberührung von den Tribünen aus mit Affengeräuschen und Liedern über den Zwarte Piet, eine umstrittene niederländische Weihnachtsfigur mit schwarzem Gesicht, verunglimpft wurde. Seitdem wird in den Niederlanden verstärkt über das Thema diskutiert. Premierminister Mark Rutte nannte das Verhalten der Zuschauer "ekelhaft, wirklich fürchterlich".