RB Leipzig - Olympique Lyon 2:2

RB Leipzig ist als Gruppensieger ins Achtelfinale der Champions League eingezogen. Vor 53.288 Zuschauern genügte RB ein 2:0 durch verwandelte Elfmeter von Emil Forsberg (9. Minute) und Timo Werner (33.) am Ende nicht, denn die Franzosen glichen durch Houssem Aouar (50.) und Memphis Depay (82.) noch zum 2:2 (0:2)-Endstand aus. Damit missglückte Leipzig die Revanche für die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel. Bei der Auslosung am Montag wartet ein Gruppenzweiter auf das Team von Trainer Julian Nagelsmann.

"Wir haben unser Ziel mehr als erreicht. Natürlich hätten wir hier gerne gewonnen, doch wir sind zufrieden mit der Gruppenphase", sagte der Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff. Olympique sicherte sich durch das Unentschieden den zweiten Platz in der Gruppe G vor Benfica Lissabon und Zenit St. Petersburg und zog ebenfalls in das Achtelfinale ein.

Die Partie begann mit zwei konträren Ereignissen aus Sicht der Sachsen. Keine 120 Sekunden waren gespielt, da sah der französische Abwehrspieler Dayot Upamecano die Gelbe Karte – weshalb er im Achtelfinale fehlen wird. Vier Minuten später wurde Yussuf Poulsen im Strafraum von Lyon-Torwart Anthony Lopes zu Fall gebracht. Der englische Schiedsrichter Anthony Taylor entschied erst nach Konsultation des Videobeweises und längerer Unterbrechung auf Elfmeter, den Forsberg sicher und souverän verwandelte.

Poulsen stürmte nach überstandener Verletzung wieder neben Nationalspieler Timo Werner. Dagegen schonte RB-Trainer Julian Nagelsmann die drei Stammspieler Marcel Sabitzer, Marcel Halstenberg und Konrad Laimer. Für das Trio rückten Marcelo Saracchi, Amadou Haidara und Christopher Nkunku in die Startelf. Und der Franzose war dann beim zweiten Elfmeterpfiff wesentlich beteiligt. 

Nach einem Foul an Nkunku wurde erneut der Videobeweis bemüht, um eine mögliche Abseitsstellung zu überprüfen – ehe Werner zum Strafstoß antreten durfte und mit seinem sechsten Tor im sechsten Auswärtsspiel in der Königsklasse auf 0:2 erhöhte.

Nkunku wurde aufgrund seiner Vergangenheit beim Lyon-Rivalen Paris Saint-Germain bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. In der 38. Minute warfen Fans bei der Ausführung eines Eckballs Plastikbecher in Richtung des 22 Jahre alten Mittelfeldspielers, was vom Schiedsrichter und den UEFA-Delegierten protokolliert wurde.

Später landeten auch ein Schlüssel, eine volle Getränkeflasche und Mandarinen auf oder neben dem Rasen. Vermutlich war beim Verhalten vereinzelter Fans auch Frust dabei, denn wenig später mussten sich die Olympique-Profis erstmals auch Pfiffe anhören für ihr recht uninspiriertes Auftreten. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte sorgten die Gastgeber für Torgefahr. Bei einem Kopfball von Aouar hatte Leipzigs Torwart Péter Gulácsi keine Mühe (40.), bei einem Schuss von Moussa Dembélé an die Latte großes Glück (45.+2).

Nach dem Wechsel intensivierten die Franzosen ihre Offensivbemühungen und kamen durch Aouars sehenswerten Schlenzer aus 15 Metern zum Anschlusstreffer. Kurz darauf durften Werner und Upamecano ihren Arbeitstag beenden (55.). Die erste Chance der Gastgeber zum Ausgleich vereitelte Gulácsi noch, als er einen Freistoß von Depay reaktionsschnell mit dem Fuß abwehrte (74.). Wenig später jedoch war der Leipziger Torwart gegen Depay chancenlos.

BVB Dortmund - Slavia Prag 2:1

Auch Borussia Dortmund hat den Einzug ins Achtelfinale der Champions League geschafft, allerdings knapp und mit fremder Hilfe. Durch den glücklichen 2:1 (1:1)-Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen Slavia Prag am Dienstag fing das Team von Trainer Lucien Favre den bis dahin punktgleichen Konkurrenten Inter Mailand kurz vor der Zielgeraden noch ab. Dabei profitierte der BVB vom 2:1 des bereits vorher für die K.-o.-Runde qualifizierten FC Barcelona im Parallelspiel bei den Italienern.

Dank der Treffer von Jadon Sancho (10.) und Julian Brandt (61.) vor 65.079 Zuschauern im Signal Iduna Park kann sich der Revierclub über weitere Einnahmen von mindestens 9,5 Millionen Euro freuen. Tomáš Souček hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Tschechen gesorgt (43.). Die Dortmunder, die ab der 77. Minute nach einer Gelb-Roten Karte für Julian Weigl in Unterzahl spielten, erreichten damit zum sechsten Mal in acht Jahren die K.-o.-Runde in der Königsklasse.

"Heute hat viel funktioniert, am Ende wurde es durch die Gelb-Rote Karte knapp. Aber wir haben dagegengehalten und alles reingeworfen. Wir wussten, dass wir unsere Hausaufgaben erledigen müssen", sagte Torschütze Brandt bei DAZN. Der Sieg gebe dem BVB für die letzten Spiele des Jahres Kraft. Ex-Weltmeister Mats Hummels fügte hinzu: "Es war ein wilder Ritt gegen Slavia. Hut ab, was Prag in der Gruppe geleistet hat. Das Spiel kippte hin und her. Es war eine unheimlich intensive Partie."

Ein Spaziergang wurde es in der Tat gegen den bereits ausgeschiedenen Außenseiter nicht. Vielmehr mussten sich die Dortmunder bei Torhüter Roman Bürki bedanken, dass es zur Halbzeit 1:1 stand. Denn der Keeper entschärfte in den ersten 45 Minuten gleich mehrere hochkarätige Tormöglichkeiten.

Dabei ging vor allem das Fehlen des belgischen Nationalspielers Axel Witsel zulasten der Stabilität im Dortmunder Spiel. Der Mittelfeldspieler hatte bei einem häuslichen Unfall eine Gesichtsverletzung erlitten und fällt noch bis zum Jahresende aus.

Trotzdem hatte alles optimal begonnen. Schon in der zehnten Minute traf der wiedererstarkte Jungstar Sancho nach Vorarbeit von Kapitän Marco Reus zur Dortmunder Führung. Dazu sorgte die frohe Kunde aus Mailand vom Barcelona-Tor für weiteren Jubel. Und Reus hätte den Dortmunder Vorsprung weiter ausbauen können. Gleich zweimal lief der Nationalspieler alleine auf den tschechischen Keeper Ondrej Kolar zu, doch beide Schüsse waren zu unplatziert (15. und 23.). Auch Hummels, der nach seiner Sperre in der Bundesliga wieder ins Team rückte, hatte eine gute Gelegenheit (4.).

Mit zunehmender Spieldauer kam Slavia aber immer besser ins Spiel. Dabei parierte Bürki gleich dreimal bei Chancen von Peter Olayinka (8.), Milan Škoda (30.) und Lukáš Masopust (34.) glänzend. Die Tschechen agierten dabei mit hoher Laufbereitschaft und machten so technische Defizite wett. Die Belohnung folgte kurz vor der Pause, als Souček traf. Der Treffer wurde noch minutenlang vom Videoschiedsrichter überprüft, doch es blieb bei der Entscheidung. Zeitgleich sorgte der Ausgleichstreffer für Inter für weiteren Verdruss. Alles stand wieder auf null.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste – mit einem Vorsprung für die Dortmunder. Dabei setzte Brandt den Ball knapp über das Tor (51.). Der Ex-Leverkusener wurde von Favre wieder in das zentrale Mittelfeld beordert – eine gute Wahl. Denn Brandt gehörte zu den Aktivposten und krönte seine Leistung mit einem Tor, als er nach Vorlage von Sancho aus kurzer Entfernung traf. "Seitdem Julian im Zentrum spielt, ist er ein unglaublicher Mehrwert für uns. Er schafft uns viele Räume", sagte Hummels.

Doch Slavia blieb weiter brandgefährlich. Eine weitere Bürki-Parade gegen Škoda (73.) und ein Kopfball von Ondřej Kúdela (74.) trieben den Puls von Favre in die Höhe. Gerade in der Schlussphase wackelten die Schwarz-Gelben bedenklich.