Die B-Jugend von Hertha BSC hat ein Regionalligaspiel beim VfB Auerbach wegen rassistischer Beleidigungen durch Gegenspieler abgebrochen. Das teilte der Club auf seiner Homepage mit. Demnach habe das Team der U16 den Schiedsrichter auf die Beleidigungen hingewiesen und sich entschieden, das Spielfeld in der 68. Minute beim Stand von 2:0 zu verlassen. Der Club verurteile Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form.

"Wir haben eine Verantwortung uns, unseren Spielern und auch der Gesellschaft gegenüber. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst, und deshalb war es die einzig richtige Entscheidung, dieses Spiel nicht fortzuführen", sagte Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsführung. "In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz."

Der VfB Auerbach widersprach den Vorwürfen. "Der VfB Auerbach hat mit großem Bedauern den Schritt der U16 von Hertha BSC wahrgenommen, das Regionalliga-Spiel vorzeitig zu beenden. Der VfB Auerbach verwehrt sich gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf", heißt es in einer Stellungnahme. Weder der Schiedsrichter noch die Assistenten hätten "eine rassistische Äußerung wahrgenommen". Dies habe das Schiedsrichtergespann dem VfB nach dem Spiel bestätigt. "Auch ist der von Hertha BSC erweckte Eindruck falsch, es habe sich um ein Spiel gehandelt, das in irgendeiner Form von rassistischen Aussagen geprägt gewesen sein soll."

In der vergangenen Woche war Herthas U23-Spieler Jessic Ngankam bei einem Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft der Berliner gegen den 1. FC Lok Leipzig rassistisch beleidigt worden. Die Partie war für mehrere Minuten unterbrochen. Lok hatte sich von rassistischem Verhalten distanziert, Hertha verurteilte rassistische Anfeindungen gegen seinen Spieler "aufs Schärfste".