Wer spielte wie gegen wen?

Bei Ihnen in der Herzchenwertung gilt: Lebenslang Grün-Weiß!

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Berlin gegen Dortmund. Ein Spiel, das so lief wie die bisherige Saison des BVB: erst stürmisch, dann leger. Am Ende ein krampfhafter Sieg. Von einer erneuten Mentalitätsdiskussion war der BVB genau ein Ausgleichstor in der Nachspielzeit entfernt. Die scheinbar komfortable 2:0-Führung gegen die unsichere Hertha reichte nicht aus, um das eigene Spiel zu beruhigen. Manuel Akanji vergab das 3:0 und stattdessen ging dem 1:2 der Berliner ein beeindruckender westfälischer Escortservice voraus. Dortmund würde wohl auch ein 5:0 noch spannend werden lassen.

Das liegt unter anderem auch an Mats Hummels. Halb Deutschland forderte sein Comeback in der Nationalmannschaft, der BVB-Manager Michael Zorc kürte ihn zum "besten deutschen Innenverteidiger". Oder meinte er: bester Libero? Meinte er überhaupt Mats Hummels? Der foulte zweimal ungeschickt und wurde vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. "Mats Hummels, erfahrener Mann, klasse Mann", setzte Sky-Moderator Patrick Wasserziehr im Interview nach dem Spiel mit Lucien Favre an. Der wollte verbal nicht widersprechen, doch in seinem Gesicht strebte von der Stirnfalte bis zur Augenbraue alles in den Berliner Himmel. Diese ancelottihafte Regung war Urteil genug. Vergangene Woche sagte Thorben Marx, der unter Favre in Gladbach gespielt hatte, dass der Hummels für überschätzt halte. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Meinung von Favre über Hummels kursiert. Ohne Hummels verteidigte der BVB in Unterzahl gegen Jürgen Klinsmanns Hertha den Vorsprung und damit erst mal auch Favres Job. 

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Leverkusen. Hans-Dieter Flicks Bilanz als Bayerntrainer war bisher reiner als ein OP-Saal vor einem Eingriff: kein Gegentor in vier Spielen, zudem 16 Tore. Diese Statistik hätten die Bayern gegen Leverkusen locker verdoppeln können. So viele Gelegenheiten wie in diesem Spiel gibt es nicht mal auf Tinder. Doch die Bayern wischten fast alle weg, nur einer der 24 Torschüsse fand den Weg ins Tor. Er kam von Thomas Müller und war dessen erster Saisontreffer. Ansonsten trafen sie alles, was in der Allianz Arena herumstand: Pfosten, Latte, Leverkusener. Wäre das Spiel weitergegangen, hätten sie vielleicht noch das ein oder andere Luftkissen des Arenadachs zerschossen. Selbst Robert Lewandowski vergab eine Chance, die er normalerweise so sicher verwertet wie ein Bäcker das Mehl. Und das, obwohl Leverkusens Torhüter Lukáš Hrádecký 20 Minuten mit nur einer Kontaktlinse spielte. "Eine nie da gewesene Ineffizienz", klagte Müller. Leverkusens Leon Bailey hingegen übersprintete zweimal die löchrige Münchner Abwehr und traf doppelt.

Mangelhafte Chancenverwertung war auch schon unter Niko Kovač ein Thema, nur scheint den Bayern-Bossen dies jetzt besser zu gefallen: "Das Wichtigste ist die Spielqualität, ist der Matchplan und das stimmt bei Hansi Flick", sagte Karl-Heinz Rummenigge und stellte ihm eine Anstellung bis zum Sommer in Aussicht. Niko Kovač bekam selbst nach Siegen sein Fett weg, Hansi Flick reichen Niederlagen für ein Lob. Der Advent stimmt ganz Bayern besinnlich.

Wer stand im Blickpunkt?

RB Leipzig. Als das Spiel in Paderborn nur wenige Minuten alt war, musste man als Ostwestfale Schlimmes befürchten. Beinahe wäre das Stadion auf einer Top-10-Liste für lokale Metzgereien gelandet, so grob wurde der Aufsteiger auseinandergenommen. Leipzig spielte zum ersten Mal mit Patrick Schick, dem Neuzugang aus Rom, der bei seinem ersten Torschuss überhaupt in der Bundesliga den Ball elegant mitnahm und sofort traf. Timo Werner spielte entfesselt auf, Paderborn reihte Fehler an Fehler. Die drei Tore zur Pause waren noch gnädig. Doch in der zweiten Hälfte kamen sie wieder ran, ihr Stürmer Streli Mamba ist schneller als jeder andere Bundesliga-Spieler. Am Ende reichte es nicht ganz, es wurde ein 2:3 und RB war bis Sonntagabend Tabellenführer. Das versetzte einige Leipziger Anhänger in solche Ekstase, dass sie nach der Pause ein wenig Pyrotechnik zündeten. Der Mehrheit der Leipziger Anhänger im Block ging das gegen die Dose, der Boss Oliver Mintzlaff kündigte Konsequenzen an. Er sagte vor längerer Zeit einmal: "Wir haben eine Fankultur, um die uns andere Vereine beneiden."