Der Bundesligist Werder Bremen will die Kosten für Polizeieinsätze bei Hochsicherheitsspielen vorerst nicht zahlen. "Wir können nicht akzeptieren, 100 Prozent dieser Kosten zu übernehmen", sagte Aufsichtsratschef Marco Bode der Welt. "Diesbezüglich sind wir uns bei Werder einig."

Im vergangenen März hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass die Bundesländer die zusätzlichen Polizeikosten bei Hochsicherheitsspielen grundsätzlich der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Rechnung stellen dürfen. Bislang ist Bremen das einzige Bundesland, das diese Kosten an die DFL weiterleitet. Die Liga will diese Kosten auch zunächst begleichen, die Rechnung dann aber an den jeweiligen Verein weiterreichen – im Fall Bremens also an Werder.

Zuletzt hatten sich die übrigen 36 Vereine der beiden deutschen Profiligen gegen einen sogenannten Solidarfonds entschieden. Die Kosten für die Polizeieinsätze sollen also allein auf Werder Bremen umgelegt werden. Zunächst geht es um 1,17 Millionen Euro.

Schon kurz nach der Vereinbarung war der Bremer Bundesligist auf Konfrontationskurs gegangen und hatte angekündigt, es auf einen neuen Rechtsstreit ankommen zu lassen.

Dieses Vorgehen bekräftigte Aufsichtsratschef Bode nun im Gespräch mit der Welt. "Ich habe erst einmal die Hoffnung, dass es nicht zu einem Rechtsstreit kommt und die Sache juristisch geklärt werden muss", sagte er. "Aber selbst wenn, heißt es ja nicht, dass man dann nicht mehr miteinander redet oder Werder ausgegrenzt wird. Das wollen wir nicht, denn wir sind Teil der Liga." Bode betonte, dass sein Club nicht allein die Verantwortung übernehmen könne.