75 Gründe, warum 2019 ein großes Sportjahr war – Seite 1

1. Weil Dirk Nowitzki bei seinem Rücktritt weinte und sich nicht dafür schämte. 

2. Weil Jan Frodeno zum dritten Mal den Ironman auf Hawaii gewonnen hat. In Rekordzeit.

3. Und weil das Rennen der Frauen auch eine Deutsche gewann, Anne Haug.

4. Weil Tiger Woods seinen ersten Major-Titel nach elf Jahren holte. Mit 43 Jahren. 

5. Weil der französische Skifahrer Johan Clarey mit 38 Jahren und 29 Tagen noch eine Medaille bei der alpinen Ski-WM gewann. 

6. Weil der Marathonläufer Eliud Kipchoge die 2-Stunden-Mauer brach

7. Weil es in Kenia womöglich das erste (aber ziemlich sicher lauteste) Public Viewing eines Marathonrennens gab.  

8. Weil San Marino, der Vorletzte der Fußballweltrangliste, das erste Heimtor seit mehr als sechs Jahren geschossen hat.

9. Und Hoffenheims Pavel Kadeřábek das schönste Eigentor der jüngeren Bundesliga-Geschichte.

10. Weil man Kopfballtore auch aus der eigenen Hälfte erzielen konnte.

11. Oder welche mit den Hintern.

12. Weil manche Tore nicht ganz so gut ankamen.

13. Weil auch Schiedsrichter Tore schossen. (Aber wenigstens nicht jubelten.)

14. Weil endlich mal nicht ein Fußballspiel die höchste Einschaltquote des Jahres hatte. 11,9 Millionen sahen das Halbfinale der Handball-WM zwischen Deutschland und Norwegen.

15. Weil die deutschen Handballer sich mit dem Halbfinalaus eine Finalklatsche gegen die Dänen erspart haben. 

16. Weil Aries Susanti Rahayu einen neuen Weltrekord im Speed Climbing erkletterte.

17. Weil Nicole Hanselmann so schnell Rad fuhr, dass sie das Männerrennen, das zehn Minuten vorher startete, einholte. Und dann blöderweise warten musste.

18. Weil Fallon Sherrock als erste Frau überhaupt ein Spiel bei einer Darts-WM gewinnen konnte. 

19. Und dann gleich noch eins.

20. Weil Frauen die klügsten Freistöße schossen.

21. Weil der einzige deutsche Profi, der im Champions-League-Finale traf, eine Frau war: Dzsenifer Marozsán.

22. Weil zum ersten Mal eine Schiedsrichterin ein bedeutendes Männerfinale pfiff: Stéphanie Frappart leitete das Supercupfinale zwischen Liverpool und Chelsea.

23. Weil Megan Rapinoe Donald Trump verbal den Mittelfinger zeigte. 

24. Weil sie Weltmeisterin und Weltfußballerin wurde. 

25. Weil sie auch die schönsten Sätze des Jahres sagte: "This is my charge to everyone. We have to be better. We have to love more, hate less. We got to listen more, and talk less."

Gründe 26 bis 50

26. Weil sich Finnlands Fußballer zum ersten Mal für ein großes Turnier qualifiziert haben. Ja, Finnland!

27. Weil der Fußball bald abwechslungsreicher werden könnte. Das Finale der U20-WM gewann die Ukraine 3:1 gegen Südkorea. 

28. Weil vielleicht doch alles beim Alten bleibt: Das Finale der U21-EM gewann Spanien gegen Deutschland mit 2:1. 

29. Weil Jürgen Klopp sein erstes internationales Finale gewonnen hat. Und dann sogar noch eins.

30. Und Welttrainer des Jahres wurde. 

31. Weil Mario Balotelli den Selfie-Torjubel erfunden hat.

32. Weil gleich mehrere Fußballer den Videobeweisjubel erfunden haben. 

33. Wegen Lionel.

34. Messi.

35. Und wegen Cristiano Ronaldo, der bald seine eigene Airline gründet.

36. Weil niemand so ausdrucksstark fällt wie Christian Streich

37. Weil die Weitspringerin Malaika Mihambo einfach nie wieder zu landen schien. 

38. Weil Niklas Kaul der König der Athleten wurde.

39. Weil auf bestimmte Dinge doch Verlass ist: Deutschland gewann bei der Bob-WM alle vier Goldmedaillen. 

40. Und natürlich Gold bei der Faustball-WM.

41. Weil Rafael Nadal für großes Tennis gar kein Netz braucht.

42. Weil der Unterarmaufschlag im Tennis wieder in Mode ist.

43. Also so richtig in Mode.

44. Weil Roger Federer noch immer spielt.

45. Und weil er sich mit Novak Đoković ein beeindruckendes, weil längstes Wimbledon-Finale aller Zeiten lieferte. Es endete 13:12 im entscheidenden fünften Satz.

46. Weil Simon Rösner ein unbekannter deutscher Weltstar ist. Bei der Squash-WM schaffte er es als einziger Europäer ins Halbfinale. Auch wenn er dort gegen den späteren ägyptischen Weltmeister keine Chance hatte. Die Plätze zwei und drei gingen ebenfalls an Ägypten. 

47. Weil Doper bei der Nordischen Ski-WM direkt mit der Nadel in der Vene erwischt wurden. 

48. Weil die Aktion Operation Aderlass hieß.

49. Weil in der amerikanischen Eishockeyliga NHL einem gewissen Andrei Swetschnikow zum ersten Mal ein Zirkusstück glückte, eine Wiederholung des ominösen Michigan-Goals.

50. Und weil Swetschnikow das Ganze ein paar Wochen später gleich noch einmal gelang.

Gründe 51 bis 75

51. Weil Simone Biles zur WM in Stuttgart das Turnen neu erfand, zumindest zwei neue Elemente: ein Doppelsalto gehockt mit integrierter Dreifachschraube am Boden (Triple-Double) und einen Doppelsalto rückwärts mit doppelter Schraube vom Schwebebalken (Double-Double). 

52. Weil beide Elemente nun praktischerweise ihren Namen tragen, Biles I und Biles II. 

53. Weil auch Baseball aufregend sein kann

54. Weil James Cahill der erste Amateur war, der sich je für eine WM-Endrunde im Snooker qualifizierte. Und dort in der ersten Runde gleich einmal den Messironaldo dieses Sports, Ronnie O’Sullivan, hinauswarf. 

55. Weil Peter Sagan auch während der Tour de France Widmungen in Bücher schreibt. Also auf dem Fahrrad. Im Rennen.

56. Weil Florian Wellbrock als erster Schwimmer überhaupt WM-Gold im Becken und im Freiwasser gewann. 

57. Weil auch seine Freundin Sarah Köhler bei derselben WM Gold gewann. 

58. Weil Sport auch Grenzen überwand: bei der Rugby-WM stellten Irland und Nordirland ein gemeinsames Team.  

59. Weil auch der Rugbyweltmeister Südafrika sein Land vereint: "Wir hätten doch nie gedacht, dass ein schwarzer Kapitän vor den Augen der Welt den Pokal in die Höhe heben würde", sagte Siya Kolisi nach dem Titelgewinn. 

60. Weil es sich lohnte, nie aufzugeben.

61. Weil Tony Romo auch von einer Terrasse aus ziemlich gut golfen kann

62. Weil der Job der Trainernanny erfunden wurde.

63. Weil zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Fußballs ein Auswechselspieler einen Elfmeter verursachte.

64. Weil diese unsinnige Regel danach ganz schnell abgeschafft wurde.

65. Weil in diesem Jahr das vielleicht hinterhältigste Tor aller Zeiten fiel.  

66. Weil Reinhard Grindel als DFB-Präsident zurücktrat. 

67. Weil wir Uli Hoeneß vermissen werden. 

68. Und er eigentlich ja gar nicht weg ist.

69. Weil der poltrigste Investor im deutschen Fußball von seinem eigenen Spieler veräppelt wurde

70. Weil mit Union Berlin wenigstens ein echter ostdeutscher Fußballclub in der Bundesliga spielt. 

71. Weil Jürgen Klinsmann sein Bundesliga-Comebackle gegeben hat. 

72. Weil Unions Torwart Rafał Gikiewicz kindsköpfige Ultras eigenhändig zurück auf die Ränge schickt.

73. Weil Maradona wieder tanzte.

74. Weil niemand so charmant schimpfen kann wie Lucien Favre, zum Beispiel über einen zu holprigen Platz: "Pff, eine halbe die Platz ist für die Pferde."

75. Weil die Kleinen beim Fair Play Vorbild für die Großen sein können: