Der frühere US-Basketballspieler Kobe Bryant ist bei einem Hubschrauberabsturz getötet worden. Das berichten mehrere US-Medien, darunter der TV-Sender ABC und die Washington Post. Der New York Times zufolge starb auch Bryants 13-jährige Tochter Gianna bei dem Absturz. Diese Information bestätigte auch der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Bryant wurde 41 Jahre alt. Der langjährige Spieler der LA Lakers gilt als einer der größten Basketballer der Sportgeschichte. 

Wie ein Sprecher des Sheriffbüros von Los Angeles bei einer Pressekonferenz mitteilte, waren insgesamt neun Menschen an Bord der Maschine. Alle Insassen sind demzufolge tot. Angaben zu den Identitäten der Absturzopfer wollte die Polizei zunächst nicht machen. Zuvor berichteten mehrere Medien von fünf Opfern.

Bryant soll mit seiner Tochter und den weiteren Passagieren demnach auf dem Weg zu einem Basketballturnier in dem Ort Calabasas unweit von Los Angeles gewesen sein. Die Maschine sei beim Absturz in Flammen aufgegangen, was es den Rettungskräften erschwert habe, zum Unglücksort zu gelangen, berichtet die Los Angeles Times. Die Absturzursache wird noch untersucht, die US-Flugaufsicht FAA unterstützt dabei die örtliche Polizei. 

Zahlreiche Fans versammelten sich noch am Vormittag vor dem Staples Center, der Heimat der Lakers, und trauerten um Bryant und legten Kränze nieder. In der Halle sollten am Abend die Grammys verliehen werden. Die San Antonio Spurs und Meister Toronto Raptors ehrten Bryant in ihrem Spiel, indem sie die 24 für einen Angriff erlaubten Sekunden ohne Aktion herunterlaufen ließen. In seiner Zeit bei den Lakers war die 24 seine Rückennummer. 

"Michael Jordan unserer Generation"

Bryant wurde 1978 in Philadelphia in eine Sportlerfamilie geboren. Sein Vater war der ehemalige NBA-Basketballer Joe Bryant, seine Mutter die ehemalige Los-Angeles-Sparks-Trainerin Pamela Cox. Als außergewöhnlicher Basketballer galt er schon in der Highschoolliga, von 1996 bis 2016 spielte er als Profi bei den Los Angeles Lakers und zwischen 2008 und 2012 in der US-Nationalmannschaft.

Bei den Lakers entwickelte sich Bryant zu einem der bekanntesten Basketballspieler der NBA und gewann die Meisterschaft fünf Mal. 2008 wurde der Vater von vier Töchtern zum wertvollsten Spieler der obersten US-Basketballliga gewählt. Im Verlauf seiner Karriere gehörte er zu 15 All-Star-Teams der Liga, mehr als jeder andere NBA-Spieler. Erst am Samstag war er durch LeBron James vom dritten Platz der ewigen NBA-Bestenliste verdrängt worden. Der deutsche Basketballer Dirk Nowitzki hatte Bryant 2016 als "Michael Jordan unserer Generation" bezeichnet.

Michael Jordan selbst würdigte Bryant mit emotionalen Worten. "Worte können den Schmerz nicht ausdrücken, den ich fühle", ließ Jordan über seine Sprecherin mitteilen. "Ich habe Kobe geliebt – er war wie ein Bruder für mich. Wir haben sehr oft gesprochen und ich werde diese Unterhaltungen sehr vermissen." 

"Einer der größten Sportsmänner"

US-Präsident Donald Trump twitterte, der Tod Bryants sei "eine schreckliche Nachricht". Sein Vorgänger Barack Obama schrieb auf Twitter: "Kobe war eine Legende auf dem Platz." Den Tod von dessen Tochter bei dem Unfall nannte er "herzzerreißend".

Auch mehrere aktive und ehemalige NBA-Spieler reagierten erschüttert auf Bryants Tod. Der ehemalige deutsche Spieler Detlef Schrempf schrieb auf Twitter: "Unwirklich. Kobe tot mit 41. Gebete gehen an die Familien aller fünf Opfer." Auch NBA-Profi Joel Embiid bekundete auf Twitter sein Beileid. Er habe wegen Bryant erst mit dem Basketballspielen angefangen, schrieb Embiid. Ex-Profi Dennis Rodman schrieb, er sei "niedergeschmettert" und bete für die Familie des Verstorbenen. Die englische Fußballlegende Gary Lineker nannte Bryant auf Twitter "einen der größten Sportsmänner unseres Lebens". American-Football-Star Tom Brady schrieb: "Wir vermissen dich jetzt schon Kobe."

Die NBA-Spielergewerkschaft NBPA schrieb in einer Mitteilung: "Wir sind fassungslos und am Boden zerstört." Bryants Tod sei "ein monumentaler Verlust für die Basketballgemeinde und unsere Herzen sind einfach nur gebrochen". Genauso äußerte sich auch die Raplegende Snoop Dogg auf Instagram. Der Basketballstar Kareem Abdul-Jabbar, der ebenfalls bei den Los Angeles Lakers gespielt hatte, schrieb: "Ich werde mich an ihn immer als Mann erinnern, der viel mehr war als ein Athlet." Mehrere Fußballvereine, wie Real Madrid und Borussia Dortmund sowie die deutsche Fußballnationalmannschaft, bekundeten ebenfalls ihr Beileid.