Der insolvente Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Erfurt wird seine Profi-Mannschaft voraussichtlich am Montag abmelden. "Wenn sich bis einschließlich Sonntag keine Lösung abzeichnet, muss ich die Reißleine ziehen", sagte Insolvenzverwalter Volker Reinhardt, nachdem er die Mannschaft informiert hatte. Laut Spielplan sollte es am 1. Februar weiter in der Regionalliga gehen, mit einem Spiel gegen Energie Cottbus. Für Samstag war ein Vorbereitungsspiel gegen den FSV Mainz 05 II geplant.

Mit dem Ende des Spielbetriebs stünde Erfurt als Absteiger aus der Regionalliga Nordost fest. Der Verwalter versucht, den Spielern zu helfen, ihre berufliche Zukunft zu sichern. "Wir wollen den Spielern unbedingt die Möglichkeit erhalten, zu einem anderen Verein zu wechseln", sagte Reinhardt. In der kommenden Saison soll es einen Neustart in der Oberliga geben.

Vor wenigen Tagen hatte Insolvenzverwalter Reinhardt die Spieler und Angestellten informiert, dass der Verein keine Gehälter mehr zahlen kann. Als Grund gab er Differenzen mit dem Hauptinvestor an.  

Der ostdeutsche Traditionsverein spielte nach der Wende zeitweise in der 2. Bundesliga. Bis 2018 rangierte er in der 3. Liga. Als Trainer des Regionalligisten sind derzeit Thomas Brdarić und Armin Friedrich unter Vertrag. Der Verein hat eigenen Angaben nach knapp 2.600 Mitglieder. Seine Geschichte reicht bis 1895 zurück. In seinem Heimspielort, dem Steigerwaldstadion von Erfurt, finden knapp 19.000 Zuschauer Platz.