Wer spielte wie gegen wen?

Herzchenalarm im Pott. Der BVB und Schalke bekommen die meisten Liebesbekundungen, Hoffenheim die wenigsten.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Leverkusen gegen Dortmund, 4:3, ein Spiel, das man auf zweierlei Arten lesen kann: Natürlich als größtes Spektakel mit schönen Toren und anderen Attraktionen. Der Kopfball von Mats Hummels zum Beispiel, hart wie ein Schuss. Oder der Schlenzer von Emre Can, der dafür das Geodreieck aus der Tasche holte. Auch der Pass von Nadiem Amiri und die Ballmitnahme von Kevin Volland vor dem 1:0 waren etwas für Genießer.

Freunde gepflegter Defensivleistungen aber werden sich gruselnd abgewandt haben. Das A in Leverkusen und Dortmund steht nämlich für Abwehrarbeit. Vor allem die Defensive des BVB entpuppt sich in diesen Tagen als Schießbude der Liga. Kommen Sie näher, kommen Sie ran. Wer will noch mal, wer hat noch nicht. Gegen den BVB darf jeder treffen! Sogar Lars Bender. Sieben Gegentore in fünf Tagen, insgesamt in der Liga schon 32. Man muss bis Platz 12 in der Tabelle schauen, um eine Mannschaft zu finden, die mehr Treffer kassiert hat.

Die Gründe sind nicht neu und schon tausendfach analysiert: Vor lauter eigenem Offensivtaumel entblößt Dortmund oft das Mittelfeld, entwickelt in der wichtigen Zone vor der Abwehr keinen Druck auf den Gegner, was in Kombination mit einem langsamen Abwehrchef und zwei Außenverteidigern, die ihre Stärken eher in der Vorwärtsbewegung haben, eben ein Problem ist. Hinzu kommt ein gerüttelt Maß an strategischer Naivität. Wer bei einem Spitzenteam auswärts 3:2 führt und sich auskontern lässt, dem ist vielleicht auch nicht mehr zu helfen. Da nützt dann auch die beste Offensive der Liga nicht viel.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das Derby Gladbach gegen Köln wurde abgesagt. Sabine ist Schuld, das Sturmtief. Eine sichere Anreise der Fans sei nicht gewährleistet, hieß es. Die Bielefelder hingegen stellten sich in den Wind, möglicherweise sind Zweitliga-Profis etwas stabiler gebaut. 6:0 gewann die Arminia gegen Jahn Regensburg und wurde für so viel Sturmfestigkeit mit der Tabellenführung in der Zweiten Liga belohnt.

Wer stand im Blickpunkt?

Apropos Sturmtief: Timo Werner hat schon wieder nicht getroffen. Zum dritten Mal hintereinander, dabei wäre es dieses Mal besonders wichtig gewesen. Beim 0:0 im Spitzenspiel gegen den FC Bayern hätte der Stürmer von RB Leipzig die Liga mal so richtig spannend machen können. Bei der größten Chance des Spiels aber bekam er allein vor Manuel Neuer ein zu lockeres Füßchen und schoss daneben. Da aber auch Robert Lewandowski, sein Konkurrent im Kampf um die Torjägerkanone, leer ausging, wird Werner den Fehlschuss verkraften. Erling Haaland, der fehlende im Triumvirat der Topstürmer, blieb gar erstmals ohne Tor für den BVB. Ein Wochenende für krasse Stürme, nicht krasse Stürmer.

Lesen Sie hier die Reportage von Oliver Fritsch zum Spiel FC Bayern gegen RB Leipzig.