In den USA hat die Basketball-Liga NBA wegen des Coronavirus den Spielbetrieb eingestellt. Die Saison werde auf unbestimmte Zeit unterbrochen, teilte die NBA mit.

Zuvor war ein Profi der Utah Jazz positiv auf Covid-19 getestet worden. In der Folge war zunächst die Partie gegen Oklahoma City Thunder um Nationalspieler Dennis Schröder abgesagt worden. Kurz danach wurde die ganze Spielzeit unterbrochen. Nach der italienischen Fußball-Liga Serie A ist die NBA die zweite große Sportliga weltweit, die wegen des neuartigen Coronavirus ihren Spielbetrieb unterbricht.

Als erster NBA-Clubbesitzer äußerte sich der Chef der Dallas Mavericks, Mark Cuban. "Das ist verrückt, das kann nicht wahr sein. Das scheint aus einem Film zu sein, nicht aus der Realität", sagte er dem US-TV-Sender ESPN. Es gehe nun nicht mehr um Basketball, sagte Cuban. "Wenn das hier einfach explodiert, dann denkst du an deine Familie und möchtest sicher gehen, dass du das Richtige tust."

Im Gegensatz zur italienischen Serie A, die wie alle Sportveranstaltungen in Italien bis zum 3. April pausiert, gilt die Entscheidung der NBA auf unbestimmte Zeit. "Die NBA wird diese Pause nutzen, um die nächsten Schritte mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie zu bestimmen", hieß am Mittwochabend.

NHL spielt noch, MLS-Spiele ohne Zuschauer

Die Spiele der Eishockey-Liga NHL fanden dagegen planmäßig statt. Die Columbo Blue Jackets sollen am Donnerstag aber ohne Zuschauer gegen die Pittspurgh Penguins spielen. Auch die nächsten Heimspiele der San Jose Sharks finden ohne Fans statt. Für Donnerstag wurde eine Neubewertung der Situation durch die NHL erwartet.

Die Fußball-Liga der USA (MLS) gab bekannt, dass die für den 21. März geplanten Fußballspiele der Seattle Sounders gegen den FC Dallas und der San Jose Earthquakes gegen Sporting KC aus Kansas City wegen entsprechender Erlasse in den jeweiligen Bezirken verschoben würden. Wie es für die anstehenden College-Meisterschaften, den sogenannten March Madness weitergeht, war zunächst offen. Stand Mittwochabend sollten die Turniere stattfinden, aber ohne Zuschauer.

Das Baseball-Teams der Seattle Marineres will seine Heimspiele in einer anderen Stadt austragen. Der Bundesstaat Washington ist in den USA am stärksten von Sars-CoV-2 betroffen. Die Baseball-Mannschaft der Athletics aus Oakland in Kalifornien will ebenfalls nicht zu Hause spielen. Grund hierfür ist das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen in der Gegend, weswegen das für Donnerstag geplante Heimspiel der Golden State Warriors in der NBA gegen die Brooklyn Nets ohne Zuschauer stattgefunden hätte.

Absage per Durchsage

Die Begegnung der Dallas Mavericks gegen die Denver Nuggets ist nun auf unbestimmte Zeit die letzte gespielte NBA-Partie. Das Spiel war bereits im dritten Viertel, als die Entscheidung der NBA publik wurde. Dallas gewann 113:97. Laut NBA-Mitteilung hätte die Saison erst nach der Partie der New Orleans Pelicans gegen die Sacramento Kings unterbrochen werden sollen. Weil aber ein Mitglied des Schiedsrichterteams zuletzt bei einem Spiel der Utah Jazz im Einsatz war und Spieler sich Sorgen machten, wurde auch dieses Spiel abgesagt.

US-Medien berichteten übereinstimmend, dass es sich bei dem positiv auf das neuartige Coronavirus getesteten Profi um Jazz-Center Rudy Gobert handelt. Wie die Utah Jazz mitteilten, sei einer ihrer Spieler am Vormittag auf Influenza untersucht worden. Die Symptome seien im Laufe des Tages schwächer geworden. Aus Vorsicht sei er auch noch auf Covid-19 getestet worden – die Nachricht dieses positiven Tests erreichte die Mediziner erst unmittelbar vor Beginn der Partie in Oklahoma City.

Wie auf TV-Bildern zu sehen war, standen die Spieler auf dem Platz, als die Schiedsrichter sich versammelten und die Mannschaften wenig später vom Feld schickten. Nach einer Zeit mit diversen Aktionen zur Unterhaltung wurden Zuschauer etwa eine halbe Stunde nach dem geplanten Spielbeginn über die Absage wegen "unvorhersehbarer Umstände" per Durchsage informiert und dazu aufgefordert, die Halle zu verlassen.

In den vergangenen Tagen hatte die Liga ihren Teams in Reaktion auf die Ausbreitung des Virus strikte Maßnahmen verordnet und etwa das Betreten der Umkleideräume auf Spieler und Betreuer begrenzt. In den USA haben Journalisten üblicherweise vor und nach Spielen Zugang für Interviews. Gespräche zwischen Medienvertretern und Profis sollten nur noch mit Abstand geführt, Autogramme nur mit eigenen Stiften geschrieben und keine Trikots oder Bälle von Fans angenommen werden.

Auf einer Pressekonferenz nach der vorerst letzten NBA-Partie sagte Mavericks-Besitzer Cuban, dass er auf die wirtschaftlichen Folgen der Spielpause reagieren wolle. Viele Menschen rund um seine Mannschaft seien auf Stundenlohnbasis angestellt und auf das Geld angewiesen. "Vielleicht bitten wir darum, dass sie etwas Freiwilligenarbeit machen im Austausch, aber wir werden uns darum kümmern. Das ist wichtig für mich", sagte der Milliardär.