Dass bei der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 an Deutschland womöglich durch Schmiergelder nachgeholfen wurde, war bereits Gegenstand von Gerichtsverhandlungen, jedoch ohne Ergebnis. Nun erneuern Dokumente, die Spiegel und Süddeutscher Zeitung vorliegen, offenbar den Verdacht.

So sollen die Unterlagen laut Spiegel auf einen Deal zwischen dem Sportvermarkter CWL und dem DFB hindeuten: "Die unter dem Einfluss des Kirch-Konzerns stehende CWL nutzte allem Anschein nach Spiele der deutschen Nationalmannschaft und andere Sportevents, um Bestechungsgelder als legale Ausgaben getarnt an korrupte Fifa-Funktionäre zu schleusen, die über die WM-Vergabe mitentschieden", berichtet der Spiegel. Der DFB zeigte sich demnach offenbar erkenntlich, indem er dem Kirch-Konzern unter anderem bei Benefizspielen der Nationalelf überhöhte Provisionen gewährt haben soll.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll unter anderem der Funktionär des Maltesischen Fußballverbands eine Million Franken bei der CWL in Rechnung gestellt haben – für Beratungsleistungen zum Thema Eishockey. Ein anderes Dokument wiederum soll belegen, dass CWL die Zahlung erst "nach dem Fifa-Kongress im Sommer" veranlassen solle – "und auch erst nach dem Okay von 'GN'", was laut Spiegel das firmeninterne Kürzel für Fußballer Günter Netzer sein soll. Bei diesem Kongress sei der maltesische Funktionär ins Fifa-Exekutiv-Komitee eingezogen, in dem über die WM-Vergabe entschieden wurde.

Nach Spiegel-Angaben äußerten sich weder Netzer noch der DFB zu Fragen der Redaktionen zu den Vorwürfen.