Mit dem Erfolg in Gelsenkirchen leiteten die "Wölfe" nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen ausgerechnet im Duell mit dem ehemaligen Erfolgstrainer die erhoffte Trendwende ein. Wie schon beim ermutigenden Erfolg in der Champions League  präsentierte sich das Team von Armin Veh formverbessert. Vor 60 365 Zuschauern in der Gelsenkirchener Arena sorgte Edin Dzeko (55./81.) mit zwei Treffern für den Erfolg der Gäste. Sekunden vor Dzekos entscheidendem Tor hatte Benedikt Höwedes den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gastgeber erzielt. Damit verpassten die Schalker die Chance, zumindest für kurze Zeit mit dem Spitzenduo aus Hamburg und Leverkusen gleichzuziehen.

Auch in der Partie gegen seinen ehemaligen Club setzte Magath auf ungewöhnliche Maßnahmen. So stand der erst zwei Tage zuvor aus dem Heimaturlaub zurückgekehrte Rafinha in der Startformation. Darüber hinaus gab der aus der 2. Mannschaft in den Profi-Kader beorderte 20 Jahre alte Lukas Schmitz sein Bundesliga-Debüt. Diese Umstellungen machten sich zunächst nur bedingt bezahlt: Zwar erspielten sich die Schalker leichte Feldvorteile, aber gegen die dicht gestaffelte Wolfsburger Abwehr nur wenig Torchancen: Lediglich Jefferson Farfan (14.) war dem 1:0 nahe, als er ein Kopfball-Zuspiel von Marcelo Bordon nur knapp verpasste.

Ähnlich schwer taten sich die Wolfsburger mit dem Herausspielen von Torchancen. Anders als beim Sieg über Moskau mangelte es im Mittelfeld an Kreativität, der starke Sturm der Gäste trat deshalb kaum in Erscheinung. Nach Flanke von Christian Gentner (38.) bot sich Torjäger Grafite die einzige Chance zur Führung. Angesichts der fehlenden Torraumszenen hielt sich der Unterhaltungswert der Partie in engen Grenzen. Aufregung gab es nur nach einem angeblichen Foul des Wolfsburgers Josué (42.) an Rafinha im Strafraum, bei dem Schiedsrichter Manuel Gräfe zu Recht nicht auf Elfmeter entschied.

Erst nach Wiederanpfiff wurde die Partie auch in spielerischer Hinsicht lebhafter. Eine Flanke von Farfan beförderte Levan Kenia (48.) aus kurzer Distanz über das Wolfsburger Tor. Doch wie so oft in der vorigen Saison machte der torgefährliche Wölfe-Angriff den Unterschied. Gleich die erste echte Möglichkeit nutzte Dzeko zur Führung: Nach einer Unaufmerksamkeit in der Schalker Deckung war der Stürmer per Kopf zur Stelle.

Mit der Einwechslung von Kevin Kuranyi und Halil Altintop setzte Magath in der Schlussphase auf Offensive - und hatte - kurz - Erfolg. Höwedes schaffte in der 80. Minuten den Ausgleich. Doch schon im Gegenzug war Dzeko mit seinem dritten Saisontor erfolgreich. Nur zwei Minuten später hatte Kuranyi Pech mit einem Kopfball gegen den Pfosten. VfL-Torwart André Lenz bekam noch kurz vor der Linie den Ball zu fassen.