Der VfL Bochum, 2:3-Verlierer gegen Mainz, feuert nach lauten und derben Protesten der Fans Trainer Marcel Koller. Andreas Morbach lässt den erschrockenen Bochumer Gegner zu Wort kommen (Financial Times Deutschland): "Die Fans haben ihr Ziel erreicht – mit einer Reihe hasserfüllter Aktionen, die am Ende von einem fragwürdigen Erfolg gekrönt wurden. Jetzt ist also Schluss. Sprachlos war dagegen Christian Heidel. Fassungslos reagierte der Mainzer Manager auf die überzogenen Ansprüche der VfL-Fans. Für den VfL Bochum sei die Bundesliga ‚ein Geschenk Gottes’ und sprach dem Anhang in Bochum jeglichen Realitätssinn ab."

Vom besonderen Verhalten der Bochumer Fans berichtet Ulrich Hartmann in der SZ. In Bochum sei es seit Jahren im Herbst stets das Gleiche: Der VfL steht auf einem Abstiegsplatz, und die Fans fordern den Kopf des Trainers. Diesmal sei aber hinzugekommen, dass viele Plätze leer blieben: "Dass der vierte frustrierende Herbst für den Verein eine neue Dimension erreichte, lag nur bedingt daran, dass die Zuschauer wieder 'Koller raus' brüllten. Richtig Sorgen bereitet Fanwut einem Vorstand immer erst dann, wenn finanzielle Konsequenzen drohen. Gerade mal 16.225 Zuschauer waren im Stadion – so wenige Besucher waren bei einem Bundesligaspiel in Bochum seit acht Jahren nicht mehr. Aber auch die wenigen zahlenden Zuschauer haben beim VfL zurzeit einen destruktiven Einfluss. Dass diese Zerstörungswut den Leistungen der Spieler schadet, nehmen sie billigend in Kauf."

Zu früh satt

Nach dem 0:2 gegen Köln mahnt die taz den selbstgefälligen Stuttgarter Kader ab: "Es ist ein Problem in Stuttgart, dass viele Spieler zu früh zu satt sind. Wenn sie etwas erreicht haben, schalten sie einen Gang runter. Oder auch zwei. Auch Teamchef Markus Babbel ist nicht mehr unumstritten. Seine Kritiker werfen ihm einen Zickzackkurs vor. Erst führte er das Rotationsprinzip ein, um es vor dem Spiel gegen Köln dann wieder für beendet zu erklären. Er brauche nun eine eingespielte Stammelf, hatte Babbel gesagt. Umso überraschender kam dann, dass Kapitän Thomas Hitzlsperger gegen Köln nicht einmal im Kader stand."