Das Bundesliga-Schlusslicht Herta BSC Berlin blieb zum zehnten Mal in Serie ohne Sieg und wartet seit 351 gespielten Minuten auf ein Tor. Alle Hoffnungen auf eine schnelle Trendwende unter der Regie des vor knapp einem Monat eingestellten Trainers Friedhelm Funkel erwiesen sich bisher als Wunschdenken. Die Tore von Nuri Sahin (70. Minute/Foulelfmeter) und Barrios in der Nachspielzeit besiegelten vor 77.000 Zuschauern im Signal Iduna Park die bereits neunte Saisonschlappe der Berliner. die Borussen rehabilitierten sich mit Mühe und Not für die peinliche Pokal-Schlappe am Dienstag beim Drittligisten Osnabrück und verbuchte aus den vergangenen vier Bundesliga-Spielen zehn Punkte.

Die Nachwirkungen der Pleite von Osnabrück waren den BVB-Profis jedoch lange anzumerken. Sichtlich verunsichert leisteten sie sich zu Spielbeginn eine Reihe von Fehlpässen. Dagegen erwischte die ohne die verletzten Profis Pal Dardai, Cicero, Maximilian Nicu und Florian Kringe ins Spiel gegangene Hertha den besseren Start. Bereits in der 2. Minute mussten die Dortmunder Roman Weidenfeller und Dede in höchster Not gegen Lukasz Piszczek klären. Dabei zog sich Abwehrspieler Dede eine Kopfverletzung zu und musste 15 Minuten später durch Marcel Schmelzer ersetzt werden.

Erst mit zunehmender Spielzeit übernahm die Borussia die Kontrolle über das Spiel. Doch wie schon im Pokalspiel schlug sie aus dem Plus an Ballbesitz zu wenig Kapital. Bis auf einen Schuss von Mohamed Zidan (33.) und einen Kopfball von Neven Subotic (39.) über das Tor blieben Chancen lange Mangelware. Gleichwohl kamen die Gäste angesichts des wachsenden Drucks kaum noch zu Entlastungsangriffen und beschränkten sich in den letzten Minuten bis zur Pause zumeist auf Torsicherung. Zahlreiche Zuschauer quittierten die dürftige Darbietung mit Pfiffen.

Auch nach Wiederanpfiff blieb der Unterhaltungswert der Partie mäßig. Zwar mühte sich der BVB redlich, ließ aber im Spiel nach vorn Kreativität und Präzision vermissen. Das ermutigte die Gäste zu eigenen Angriffen: So vergab Gojko Kacar (52.) die große Chance zur Führung, als er den Ball aus kurzer Distanz über das Tor schoss. Erst ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Felix Brych erlöste den BVB: Nach Foul von Kacar an Owomoyela verwandelte Sahin den fälligen Strafstoß zum umjubelten 1:0. Mehr Sicherheit gab das nicht. So stand den Gastgebern bei einem Pfostenschuss von Piszczek (74.) das Glück zur Seite. In der ersten Minute der Nachspielzeit schnappte sich der Argentinier Barrios im Strafraum der Herthaner den Ball und überwand Torwart Drobny mit einem harten Schuss.  "Es war wichtig nach dem DFB-Pokal ein Zeichen zu setzten", sagte Torschütze Sahin. Hertha-Kapitän Arne Friedrich flüchtete sich in Durchhalteparolen: "Wir haben gut angefangen. Insgesamt hätte mehr drin sein können."