Der Bundesligist befinde sich am Rande der Zahlungsunfähigkeit, schreibt die Financial Times Deutschland am Donnerstag. Schalkes Finanzchef Peter Peters habe intern eingeräumt, dass sich auf drei von vier Sicherheitskonten des Klubs inzwischen kein Guthaben mehr befinde. Über diese Konten werden normalerweise die Kredite von Schalke bedient. "Es fehlt an Geld. Es fehlen Ideen, welches zu beschaffen. Und es fehlen die Leute, denen diese Ideen einfallen könnten", ist zu lesen.

Offengelegt hatte diese neue Dimension der Finanzprobleme der Londoner Investor Stephen Schechter. Ihm haben die Schalker für einen Stadionkredit einen Großteil der künftigen Zuschauereinnahmen verpfändet. Nach Informationen der FTD fordere Schechter nun die Absetzung von Peters.

Häufig folgten derlei "Enthüllungen" prompt Dementis von Seiten des Klubs. Auch zu den neuen Anschuldigungen stellt der Verein in einer Pressemitteilung fest: "Die in einem Artikel der Financial Times Deutschland thematisierten Sicherheitskonten der Schechter-Anleihe sind vertragsgemäß gefüllt. Alle bislang fälligen Raten der Anleihe sind vom FC Schalke 04 pünktlich bedient worden."

Dass die Schalker insbesondere nach dem Verpassen eines europäischen Wettbewerbes einen scharfen Konsolidierungskurs steuern muss und nach Einsparpotenzialen sucht, ist indes kein Geheimnis. Sowohl der vor einigen Wochen als Finanzchef abgedankte Clubpräsident Josef Schnusenberg als auch Peters, Tönnies und Magath betonten dies wiederholt. "Wir müssen uns konsolidieren und dementsprechende Einsparungen vornehmen“, gestand Peters.

Strittig ist allein das Ausmaß der Not. Akute Liquiditätsprobleme werden vom Club ebenso vehement bestritten wie die angeblich "rapide verschlechterte Zahlungsmoral" (Handelsblatt) oder Behauptungen, die Stadt habe Schalke die Grundsteuer für das vereinseigene Gelände gestundet und Geschäftsführer Peters sei vom Aufsichtsrat beauftragt worden, noch in dieser Saison 20 bis 30 Millionen Euro zu beschaffen.