Louis van Gaal ist die öffentliche Auseinandersetzung mit Luca Toni leid. "Ich habe Probleme mit Spielern, die normalen Anforderungen eines Spielers von Bayern München nicht entsprechen: Das ist Toni", sagte der Trainer des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Freitag. Des Themas ist der Holländer inzwischen derart überdrüssig, dass er sich über den "Fall Toni" weiter gar nicht äußern will. Seine Meinung zu dem in Ungnade gefallenen Italiener sei bekannt. "Sie können mich jede Woche fragen", entgegnete der niederländische Coach am Freitag in München vor Journalisten, "ich werde nicht mehr antworten".

Toni soll nach italienischen Medienberichten bereits mit dem AS Rom über einen möglichen Wechsel im Winter sprechen. Der Weltmeister, der noch bis 2011 beim Rekordmeister Bayern München unter Vertrag steht, soll sich in der vergangenen Woche mit dem Sportdirektor von AS Rom, Daniele Pradè, und zuvor auch mit Roma-Kapitän Francesco Totti getroffen haben, berichtete der Corriere dello Sport am Freitag. "Die Scheidung von Bayern ist sicher. Toni kürzt sein Gehalt, um beim AS Rom zu spielen", titelte die römische Sporttageszeitung.

Toni habe in den Gesprächen mit den Römern angeboten, sein Gehalt für eine Verpflichtung von Januar bis Juni 2010 auf 2,5 Millionen zu kürzen. Bislang verdiene er in dem Zeitraum drei Millionen Euro. Selbst eine noch deutlicher gekürzte Gage dürfte der von großen Finanzsorgen geplagte Hauptstadtclub jedoch kaum aufbringen können.

Ohne den Angreifer Toni plant van Gaal am Sonntag bei Hannover 96 den Start einer Siegesserie in der Bundesliga. Der abgewendete Champions-League-K.o. beim 1:0 gegen Maccabi Haifa sei ein "gutes Signal" gewesen: "Aber wir müssen auch die nächsten Spiele gewinnen", sagte van Gaal. Fehlen werden in Hannover auch weiterhin die Offensivkräfte Franck Ribéry, Arjen Robben und Miroslav Klose. Der Nationalspieler leidet unter einen Sehnenverletzung am linken Ellbogen und hat zudem Trainingsrückstand. "Er wird nicht spielen und auch nicht auf der Bank sitzen", kündigte van Gaal zwei Tage vor der Partie bei den Niedersachsen an. Am Freitag hatte er den Stammspielern trainingsfrei gegeben.

Mit den schmerzlich vermissten Ribéry und Robben rechnet der Coach noch in der Hinrunde. Robben sei nach seinen Knie-Problemen bereits für das Heimspiel am kommenden Freitag gegen Borussia Mönchengladbach eingeplant - und Ribéry danach. Das könnte heißen, dass der Franzose nach einer langwierigen Sehnenentzündung im Knie im entscheidenden Spiel um den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus Turin am 8. Dezember womöglich wenigstens als "Joker" wieder zur Verfügung steht. In Hannover plant van Gaal mit der Siegerelf gegen Haifa. "Jetzt muss eine Serie her", forderte Torhüter Jörg Butt.