Die Europäische Fußball-Union Uefa spricht vom bisher größten Manipulationsskandal im Fußball und zeigte sich "zutiefst betroffen vom Ausmaß abgesprochener Spielemanipulationen internationaler Banden." In den jüngsten Wettskandal sind mehr europäische Vereine verstrickt als bislang bekannt: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum und der Polizei besteht bei etwa 200 Spielen Korruptionsverdacht, darunter 32 Begegnungen in Deutschland.

Insgesamt erstreckt sich der Verdacht manipulierter Spiele auf neun europäische Länder. Bisher gebe es "über 200 Tatverdächtige", teilten die Ermittler mit. Zu den verdächtigen Partien gehören auch Spiele aus der Champions League und der Europa League. Laut Staatsanwaltschaft seien unter 32 deutschen Begegnungen vier Spiele der 2. Bundesliga, drei Partien der 3. Liga und 18 Regionalliga-Treffen betroffen.

Die 1. Bundesliga sei laut bisherigen Ermittlungsergebnissen nicht betroffen. Unter Manipulationsverdacht stehen aber drei Spiele der Champions League, zwölf Spiele der Europa League und ein Qualifikationsspiel zur U21-Europameisterschaft.

Aus "ermittlungstaktischen Gründen" wollte der zuständige Staatsanwalt weder Namen von Verdächtigen noch die betroffenen Spiele und beteiligten Vereine nennen. Die Staatsanwaltschaft Bochum ist eine Schwerpunktabteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Korruption.

Die Neue Osnabrücker Zeitung (Neue OZ) hatte berichtet, dass gestern ein 34-jähriger Mann aus Lohne verhaftet worden war. Ihm wird vorgeworfen, Spiele des VfL Osnabrück manipuliert zu haben. Bei den Spielen handelt es sich um zwei Auswärtspartien der Osnabrücker:  Am 17. April 2009 gegen den FC Augsburg (0:3) und am 13. Mai. 2009 gegen den 1. FC Nürnberg (0:2). Der 34-jährige Festgenommene hatte laut Staatsanwaltschaft hohe Summen auf die beiden Spiele gesetzt und sich dabei auf eine Tordifferenz festgelegt, die dann tatsächlich eintrat.

Festgenomen wurden bislang in Deutschland, Österreich, Großbritannien und der Schweiz 15 Verdächtige. Die Ermittler durchsuchten 50 Objekte. Schwerpunkte in Deutschland lagen in Berlin, Nürnberg und dem Ruhrgebiet. Insgesamt sollen Betrüger mehrere Millionen Euro mit den Manipulationen gemacht haben.