Nach der Entlassung von Profifußballer Marcel Schuon herrscht beim betroffenen Verein SV Sandhausen Erleichterung. Die am Montagabend vom Verein ausgesprochene fristlose Kündigung sei "die logische und einzig richtige Konsequenz", sagte Vereinspräsident Jürgen Machmeier am Dienstag. "Wir distanzieren uns ganz eindeutig von den Geschehnissen in Zusammenhang mit dem Wettskandal und verurteilen diese aufs Schärfste."

Sandhausens Trainer Gerd Dais sagte dem Mannheimer Morgen, er sei "froh und erleichtert, dass das Thema für unseren Verein nun durch ist". Die Trennung von dem Spieler tue sportlich weh, "ist aber nicht zu ändern". 

Schuons Anwalt Siegfried Kauder ließ zunächst offen, wie der ehemalige Profi des VfL Osnabrück auf den Schritt des SV Sandhausen reagierte. "Das fällt unter die anwaltschaftliche Verschwiegenheit", sagte Kauder. Ob er und Schuon gegen die Entlassung vorgehen werden, ist unklar.

Schuon, der erst vor dieser Saison von Osnabrück nach Sandhausen gewechselt war, hatte laut Kauder bei der Staatsanwaltschaft Bochum zum Wettskandal ausgesagt und eine Verabredung mit seinem Auftraggeber gestanden. Zur Manipulation sei es allerdings nicht gekommen.

Auch die Uefa reagierte auf den Wettskandal und suspendierte den ukrainischen Referee Orijechow. Der 42-Jährige soll laut Spiegel Online persönlichen Kontakt zu einem Mitglied der Wettmafia haben und sei am Montag aufgrund von Ermittlungen der Anti-Korruptions-Einheit der Uefa zu einer persönlichen Anhörung in die Verbandszentrale nach Nyon geladen worden.

Im Gegensatz zu Sandhausen und der Uefa hat Regionalligist SC Verl noch keine Konsequenzen gezogen – der Status des wegen des Wettskandals suspendierten SC-Kapitäns Patrick Neumann ist unverändert. "Nein, es gibt noch nichts. Und vor Ende dieser Woche ganz bestimmt nicht", sagte der SC-Vorsitzende Peter Mankartz. Neumann hatte zuvor zugegeben, für manipulierte Spiele 500 Euro angenommen zu haben.