Toni Kroos, Thomas Müller und Dennis Aogo heißen die neuen Hoffnungsträger von Joachim Löw für die Fußball-Weltmeisterschaft - die Routiniers Torsten Frings und Christoph Metzelder sind dagegen draußen. Der Leverkusener Kroos, der Münchner Müller und der Hamburger Aogo sind die Neulinge im 30-köpfigen Kader, den der Bundestrainer zu einem Fitnesstest einberufen hat. Dieser Kader entspricht praktisch einem vorläufigen WM-Aufgebot für Südafrika. Zwar gebe es noch minimale Chancen für andere, signalisierte Löw. "Aber es wird nur dann noch jemand eine Chance erhalten, wenn er bis zum Saisonende überragende Leistungen bringt", sagte der 49-Jährige.

Der Bundestrainer möchte mit der Berufung der drei jungen und ehrgeizigen Talente den Konkurrenzkampf für die WM im Sommer anheizen. Auch der Hoffenheimer Andreas Beck, der Hamburger Jerome Boateng, die Stuttgarter Serdar Tasci und Sami Khedira sowie der Bremer Mesut Özil gehören zu dieser neuen Generation.

Während der EM 2008 hatte Löw noch den angeschlagenen Metzelder trotz fehlender Fitness aufgestellt. Das Finale gegen Spanien (0:1) war Metzelders 47. und bisher letztes Länderspiel. Nach dem Nationalmannschafts-Aus für Torsten Frings kann nun auch der 29-jährige Metzelder, der bei Real Madrid seit Monaten nur Ersatz ist, wie erwartet die WM im Sommer abhaken.

"Der 30er-Kader umfasst die Spieler, die in unserem Team in den vergangenen Monaten eine Rolle spielten, und jüngere Spieler, die über die WM 2010 hinaus eine Perspektive haben", sagte Löw. Fehlen wird beim Leistungstest und den Werbeaufnahmen in Sindelfingen und Stuttgart von Montag bis Mittwoch Kapitän Michael Ballack. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich bei Ballacks Arbeitgeber FC Chelsea vergeblich um eine Freigabe bemüht. Die Londoner müssen in der Premier League am Mittwoch gegen Birmingham antreten, was allerdings lange bekannt war.

Überraschend dabei ist wieder der in England spielende Robert Huth und der Stuttgarter Christian Träsch, die zuletzt bei der Asien-Reise im Mai und Juni 2009 in der DFB-Auswahl zum Einsatz gekommen waren. "Diesen Kreis und die Spieler, die für das Treffen in Stuttgart absagen mussten, werden wir in den kommenden Monaten intensiv beobachten", kommentierte Löw die Veröffentlichung des 30-köpfigen Kaders.