Die Woche der Gerüchte und Debatten in und um den Deutschen Fußballbund (DFB) und die Nationalmannschaft scheint vorerst beendet. "Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden bis zur WM", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Er und DFB-Präsident Theo Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hatten zu einer Pressekonferenz eingeladen, um sich nach Tagen der Irritationen zu erklären.

Die Spitze des DFB wird sich erst nach der WM in Südafrika mit Löw über eine mögliche Vertragsverlängerung unterhalten. "Das ist unser gemeinsamer Wunsch", sagte Zwanziger. Löw solle gemeinsam mit Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff die deutsche Auswahl bei der WM zum Erfolg führen. "Dieser Erfolg ist nur mit diesem Trainer machbar."

Damit sind sowohl die Vertragsverlängerung mit Joachim Löw als auch die Forderungen von Löw und Bierhoff, ihnen unter anderem mehr Kompetenzen bei der Ausrichtung der Jugendarbeit zuzugestehen, auf die Zeit nach der WM verlegt.

Oliver Bierhoff entschuldigte sich für die Präsentation, nicht aber den Inhalt seiner Forderungen. Er verstehe, wenn seine Vorgehensweise zu Irritationen und zur Verletzung von Gefühlen geführt habe. Zwanziger erwiderte, er und Bierhoff müssten daran arbeiten, ihr Vertrauensverhältnis wiederherzustellen. Außer Löw seien alle Anwesenden Niersbach, Bierhoff und er selbst "austauschbar". Generalsekretär Niersbach entschuldigte sich für "Indiskretionen", die nach außen gedrungen waren.

In der vergangenen Woche war zwischen Löw und Bierhoff auf der einen und der DFB-Spitze auf der anderen Seite heftiger Streit über die Kompetenzverteilung in Belangen der Nationalmannschaft ausgebrochen. Der Bundestrainer hatte daraufhin die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung verschoben.