Der VfB Stuttgart hat nur knapp eine große Überraschung verpasst. Er hatte den Titelverteidiger FC Barcelona am Rande einer Niederlage, musste sich aber trotz einer starken Leistung mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Cacau brachte den in der ersten Halbzeit über sich hinauswachsenden VfB in der 25. Minute in Führung. Nach dem Ausgleich von Zlatan Ibrahimovic (52.) wird es für die Stuttgarter aber nun schwer, im Rückspiel dieses Achtelfinales am 17. März in Barcelona die nächste Runde zu erreichen.

"Ich bin stolz auf jeden Einzelnen", sagte VfB-Manager Horst Heldt. "Wir müssen im Rückspiel nur mit 1:0 gewinnen und dann sind wir weiter", fügte er hinzu. Im Scherz natürlich. Sami Khedira, am Spielende von Krämpfen geplagt, sprach von einem "tollen Fight".

Die Stuttgarter setzten die Vorgaben ihres Trainers Christian Gross von Beginn an eindrucksvoll um: "Wir dürfen nicht zu tief verteidigen, müssen mutig sein und schnell spielen", hatte der Schweizer vor dem Spiel gefordert. Und seine Mannschaft dominierte den großen Favoriten in der ersten Halbzeit klar. Schon im Mittelfeld attackierte sie die individuell fast auf jeder Position besser besetzten Spanier mit meist zwei Spielern. Nach jeder Balleroberung spielte der VfB schnell und gefährlich nach vorne. In der 13. Minute wurde ein Schuss von Cacau noch abgeblockt. Zwölf Minuten später köpfte der Deutsch-Brasilianer eine schöne Flanke von Timo Gebhart zum verdienten 1:0 ins Tor.

Gross hatte lange offen gelassen, ob er Cacau nach seinen vier Toren gegen Köln in der Mannschaft lässt oder wieder den zuletzt gelbgesperrten Ciprian Marica von Beginn an aufstellt. Er entschied sich für Cacau, und der 28-Jährige rechtfertigte dieses Vertrauen mit der nächsten überragenden Leistung. Der enorm laufstarke VfB war dem 2:0 nach dieser Führung sogar näher als Barcelona dem 1:1. In der 31. Minute klärte Carles Puyol in letzter Sekunde vor Khedira, in der 29. und 41. Minute hätte es auch Elfmeter für Stuttgart geben können. Erst sprang Gerard Piqué der Ball an die Hand, dann rempelte Rafael Marquez im Strafraum Gebhart um. "Wir hätten noch ein Tor mehr machen müssen", sagte Heldt zur Pause.

Barcelona blieb in der ersten Halbzeit ungewöhnlich schwach. Der Bundesligist ließ den Favoriten kaum einmal sein gefürchtetes Kombinationsspiel aufziehen. Erst in der 40. Minute gab es aus Sicht des VfB die erste Schrecksekunde, als Lionel Messi nach einer schönen Einzelleistung den Pfosten traf. Zu dieser Zeit hatte Barca-Trainer Josep Guardiola an der Seitenlinie aber schon mehrfach den Kopf geschüttelt oder die Schultern gezuckt ob der blassen Vorstellung seines Star-Ensembles. Auch dass die zuletzt angeschlagenen Xavi und Ibrahimovic doch noch rechtzeitig fit wurden, machte sich zunächst nicht bemerkbar.

Ibrahimovic fiel zum ersten Mal in der 52. Minute auf, als er völlig überraschend das 1:1 für Barcelona schoss. Nachdem er bis dahin komplett abgemeldet worden war, überwand er Jens Lehmann mit einem Nachschuss aus sieben Metern.

Die Stuttgarter ließen sich nur kurz schocken. Trotz des enormen Kraftaufwandes, den sie vor der Pause betrieben hatten, hielten sie auch nach dem Ausgleich gut mit. Khedira (63.) und der eingewechselte Marica (73.) vergaben weitere gute Möglichkeiten für den VfB, auch wenn der spanische Meister das Spiel nach der Hereinnahme von Thierry Henry zur zweiten Halbzeit immer besser in den Griff bekam. In der 69. Minute musste Cristian Molinaro sogar kurz vor der eigenen Torlinie retten. Doch am Ende wurde der VfB von seinen Fans mit Ovationen gefeiert.

VfB Stuttgart: Lehmann – Celozzi, Tasci, Delpierre, Molinaro – Träsch (58. Kuzmanovic), Khedira - Gebhart (84. Rudy), Hleb – Pogrebnjak (64. Marica), Cacau

FC Barcelona: Valdés – Puyol, Márquez (58. Milito), Piqué, Maxwell – Busquets, Touré (54. Henry), Xavi – Messi, Ibrahimovic, Iniesta

Schiedsrichter: Kuipers (Holland)

Zuschauer: 39.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Cacau (25.), 1:1 Ibrahimovic (52.)

Gelbe Karten: Gebhart, Khedira, Molinaro / Márquez, Piqué

Beste Spieler: Pogrebnjak, Cacau, Molinaro / Xavi, Piqué