Hamburger SV - Hannover 96 0:0

Mario Eggimann von Hannover 96 im Zweikampf mit dem Hamburger Paolo Guerrero

Eine nicht zu überwindende Abwehr hat Hannover 96 einen Punkt beim Hamburger SV gesichert. Im 44. Aufeinandertreffen der beiden Nord-Klubs brachte Hannover die Hanseaten mit grundsolider Taktik zur Verzweiflung. Der HSV konnte erneut nicht überzeugen. Nach dem Siel lagen die Nerven der Hamburger blank. Die Fans pfiffen gnadenlos und Paolo Guerrero leistete sich einen schlimmen Aussetzer. Beim Gang in die Kabine schleuderte der Stürmer seine Trinkflasche gezielt ins Publikum und traf einen Zuschauer im Gesicht. Diese Aktion dürfte für den Peruaner Konsequenzen haben. Das Unentschieden ist ein weiterer Rückschlag im Wettstreit um die internationalen Plätze. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Rang fünf. Das Trio aus Stuttgart, Frankfurt und Wolfsburg sitzt dem HSV im Nacken.

Hannover 96 zeigte sich nach einem fünftägigen Trainingslager vor 57.000 Zuschauern deutlich formverbessert. Die Niedersachsen haben als Vorletzter nur noch einen Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Nach der Gelb-Roten Karte für Jiri Stajner (59.) ließ sich Hannover auch in Unterzahl nicht aus dem Konzept bringen. Erstmals im Jahr 2010 blieb die schlechteste Bundesliga-Abwehr ohne Gegentreffer.

Die erste Chance in einer schwachen Bundesliga-Partie gehörte dem HSV. Marcus Berg, für den angeschlagenen Mladen Petric im Spiel, prüfte Hannovers Schlussmann Florian Fromlowitz in der sechsten Minute mit einem Kopfball. Nach einer Viertelstunde bedenklichen Leerlaufs war Fromlowitz nach einem Schuss von Berg erneut wachsam. Beim Lattenkracher von Dennis Aogo in der 26. Minute hätte er hingegen keine Chance gehabt. Die kurze Drangphase des HSV überstand 96 unbeschadet. Hannovers einzige Tormöglichkeit im ersten Durchgangs blieb ein Konter über Jiri Stajner und Manuel Schmiedbach in der 36. Minute. Jerome Boateng und Zé Roberto konnten den Rückstand mit vereinten Kräften verhindern.

Den Fans reichte nicht was die Profis des HSV gegen das robuste Abwehrbollwerk boten und pfiffen die Spieler beim Gang in die Kabine aus. Genauso unerfreut reagierte der Anhang auf die Auswechslung von Ruud van Nistelrooy in der Halbzeitpause. Als der für ihn eingewechselte Paolo Guerrero fünf Minuten nach Wiederanpfiff im Strafraum zu Boden ging und Hannovers Mario Eggimann der Ball an den Ellenbogen sprang, forderten die Hamburger Strafstoß - Schiedsrichter Peter Sippel war anderer Meinung.

Als Stajner wegen wiederholten Foulspiels vom Platz musste, konnte der Hamburger SV seine Überzahl nicht nutzen. Immerhin: Die Hamburger bekamen eine Lehrstunde, wie sie am kommenden Donnerstag im Rückspiel der Europa-League bei Standard Lüttich agieren könnten. Dann würde ein 0:0 zum Einzug ins Halbfinal reichen – und die bitter enttäuschten Fans des HSV versöhnen.

Hamburger SV: Rost - Rincón (66. Tesche), Boateng, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Zé Roberto - Torun (66. Trochowski), Pitroipa - van Nistelrooy (46. Guerrero), Berg

Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Schulz - Andreasen (60. Sofian Chahed) - Schmiedebach (80. Bruggink), Rausch (82. Durica) - Pinto - Stajner, Ya Konan

Schiedsrichter: Sippel (München)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Mathijsen (4), Zé Roberto (4) / -

Gelb-Rote Karten: - / Stajner (59./wiederholtes Foulspiel)

Beste Spieler: Aogo / Fromlowitz