"Es gibt ein Verstummen, ein Vergessen alles Daseins, wo uns ist, als hätten wir alles verloren, eine Nacht unsrer Seele, wo kein Schimmer eines Sterns, wo nicht einmal ein faules Holz uns leuchtet", schrieb Friedrich Hölderlin düster im "Hyperion". Aber die Antwort auf Ihre Frage liegt nicht im dunkeln: Faulendes Holz kann tatsächlich leuchten.

Verantwortlich für diese sogenannte Bioluminiszenz ist der Hallimasch, ein zwar eßbarer, aber nicht sonderlich delikater Pilz. Dieser Parasit siedelt sich gern auf Holz an - ein Befall, der für den Baum meist tödlich endet. Tatsächlich leuchtet nicht der Pilz, sondern sein Mycel, ein wurzelartiges Geflecht, das die Baumrinde durchdringt und so dem Holz einen grünlichen Schimmer verleiht.

Eine nicht zu verifizierende Legende besagt, daß sich im Ersten Weltkrieg Soldaten leuchtende Holzstücke an die Stahlhelme geheftet haben, um in den Schützengräben nicht zusammenzustoßen. Welchen biologischen Nutzen der Pilz aus seiner Leuchtkraft zieht, ist der Wissenschaft übrigens ein Rätsel. Christoph Drösser

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