Viel Spaß beim Ausprobieren - die Chancen stehen allerdings schlecht. Es ist kein dokumentierter Fall bekannt, in dem ein Mensch mit seiner Stimme ein Glas zum Zerplatzen gebracht hätte. Caruso soll die Fähigkeit gehabt haben, aber seine Frau Dorothy hat das stets bestritten. Und in dem berühmten Werbespot ("Ist es live oder ist es ...") eines Tonbandherstellers wird ein Glas mit einer Aufnahme von Ella Fitzgeralds Stimme zerstört - und ein Tonband kann man nun einmal beliebig laut aufdrehen.

Der Physiker Wolfgang Eisenmenger aus Stuttgart bringt in seiner Vorlesung gern Gläser zum Zerplatzen. Dazu stimmt er einen Lautsprecher bis auf ein zehntel Hertz auf die Eigenfrequenz des Glases ab und dreht ihn dann bis zu einer Lautstärke von 126 Phon auf. Die menschliche Stimme erreicht dagegen selbst beim Schreien höchstens 100 Phon. Das entspricht einer 120mal kleineren akustischen Leistung. Christoph Drösser 

P.S.: Inzwischen hat es tatsächlich ein amerikanischer Rocksänger geschafft, ein Glas zu zersingen: Siehe die Stimmt's-Folge "Und es bricht doch ..." !

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