Für einen Bericht aus erster Hand sollten Sie vielleicht unseren Kolumnisten Linus Reichlin befragen (siehe gegenüber liegende Seite). Aus rein wissenschaftlicher Sicht ist die klare Antwort: Stimmt nicht.

Zwar hat der Haarausfall beim Mann, der meist erblich bedingt ist, tatsächlich mit dem Sexualhormon Testosteron zu tun; das lagert sich nämlich an der Haarwurzel ab und schneidet sie allmählich von der lebenswichtigen Blutzufuhr ab. Es ist nun aber nicht so, daß die Glatzenträger unbedingt mehr Testosteron im Blut hätten. Sie verfügen einfach über eine größere Zahl der entsprechenden Rezeptoren an den Haarwurzeln.

Daß die Potenz eines Mannes vom Testosteronspiegel abhänge, ist überdies ein Ammenmärchen, wie der Androloge Wolfgang Schulze von der Hamburger Uniklinik anmerkt: "Ein Auto mit 50 Litern Sprit im Tank fährt nicht schneller als eines mit 25 Litern." Christoph Drösser

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